Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, sagte nach einem Treffen mit der japanischen Premierministerin (PM) Sanae Takaichi, dass sowohl die Zentralbank als auch die Regierung weiterhin eng zusammenarbeiten werden. Ueda fügte hinzu: „Das Treffen war für alle Beteiligten von Nutzen.“
Erklärte Takaichi die geldpolitischen Überlegungen.
Diskutierte keine Einzelheiten (auf die Frage nach Markterwartungen einer Zinserhöhung im Juni).
Takaichi äußerte die Hoffnung, dass die BoJ die Geldpolitik angemessen durchführt.
Fügte hinzu, dass sie hofft, dass dabei auch die staatlichen Maßnahmen zur Abfederung der Auswirkungen der steigenden Inflation berücksichtigt werden.
Konnte sich in positiver Weise zu verschiedenen Themen austauschen.
Diskutierte wirtschaftliche, preisliche und marktbezogene Entwicklungen unter Berücksichtigung des Nahost-Konflikts.
Marktreaktion
Nach den Äußerungen von BoJ-Gouverneur Ueda war keine Reaktion im USD/JPY zu beobachten. Bei Redaktionsschluss notiert USD/JPY rund 0,1 % höher bei etwa 159,10.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.