Die Aktienmärkte in der asiatischen Region zeigen am Freitag aufgrund mehrerer Rückenwinde deutliche Stärke. Verstärkte Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sowie starke Prognosen des Chipherstellers Nvidia über die boomende Nachfrage nach Rechenzentren angesichts der zunehmenden Anpassung an agentische Künstliche Intelligenz (KI) haben die asiatischen Aktienmärkte gestärkt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt der Nikkei 225 um 2,8 % höher bei rund 63.400, der Shanghai Composite steigt auf 4.110, der Hang Seng klettert um 1,2 % auf knapp 25.700 und der Nifty 50 legt um 0,5 % auf knapp 23.780 zu.
Am Donnerstag berichtete die iranische Arbeitsnachrichtenagentur (ILNA), dass ein endgültiger Entwurf zwischen den USA und Iran mit Vermittlung Pakistans erreicht wurde und ein Abkommen innerhalb der nächsten Stunden bekannt gegeben werden könne. Obwohl die Schlagzeilen die Marktstimmung gehoben haben, zweifeln Anleger weiterhin an einer kurzfristigen Bekanntgabe des Abkommens, da Iran weiterhin auf der Beibehaltung von Uranvorräten besteht und das Mautsystem über die Straße von Hormus organisiert.
Unterdessen sagte Nvidia-CEO Jensen Huang, dass agentische KI angekommen sei und bemerkte, dass der Aufbau der KI-Fabrik „mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit beschleunige“, berichtete CNBC. Huang fügte hinzu, Nvidia sei die einzige Plattform, die jedes führende KI-Modell betreibt, und nannte Anthropic, OpenAI, SpaceXAI, Meta und Googles Gemini.
Für die Zukunft könnten die Markterwartungen hinsichtlich des geldpolitischen Ausblicks der Federal Reserve (Fed) der Hauptauslöser für die asiatischen Aktienmärkte sein. Derzeit zeigt das CME FedWatch Tool, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau hält oder in diesem Jahr mindestens eine Zinserhöhung vornimmt, bei 50,8 % bzw. 48,1 % liegt.
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das darauf abzielt, menschliche Denkprozesse in Maschinen nachzuahmen. Dazu gehören Bereiche wie maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung und Bilderkennung.
Künstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend in verschiedensten Bereichen Anwendung. Zu den bekanntesten gehören generative KI-Plattformen wie ChatGPT oder Google Bard, die auf großen Sprachmodellen (LLMs) basieren, um Textanfragen zu beantworten. Midjourney erstellt auf Basis von Nutzereingaben originelle Bilder. Andere KI-Anwendungen, wie Upstart, nutzen fortschrittliche Algorithmen, um die Kreditwürdigkeit von Bewerbern zu bewerten, während Plattformen wie YouTube und Spotify personalisierte Inhalte auf Basis von Nutzerdaten vorschlagen.
Nvidia (NVDA) ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Halbleitertechnologie und produziert sowohl auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Computerchips als auch Plattformen, die von KI-Ingenieuren zur Entwicklung neuer Anwendungen genutzt werden. Viele Experten betrachten Nvidia als zentralen Akteur der KI-Revolution, da es die grundlegenden Werkzeuge für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz liefert. Palantir Technologies (PLTR), ein Unternehmen für Datenanalyse, ist vor allem für seine Zusammenarbeit mit der US-Geheimdienstgemeinschaft bekannt. Deren „Gotham“-Plattform analysiert umfangreiche Datenmengen und unterstützt so die Ermittlung von Informationen und die Erkennung von Mustern. Das „Foundry“-Produkt von Palantir wird von großen Unternehmen genutzt, um Mitarbeiter- und Kundendaten zu analysieren, prädiktive Auswertungen zu erstellen und Anomalien zu erkennen. Microsoft (MSFT) hat eine bedeutende Beteiligung an OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, der bisher nicht an der Börse notiert ist. OpenAIs Technologie wurde bereits in die Bing-Suchmaschine von Microsoft integriert.
Nach der Veröffentlichung von ChatGPT für die breite Öffentlichkeit Ende 2022 stiegen viele Aktien von Unternehmen, die im Bereich Künstliche Intelligenz tätig sind, stark an. So legte Nvidia beispielsweise in den sechs Monaten nach dem Release um über 200 Prozent zu. An der Wall Street wurden daraufhin Stimmen laut, die sich fragten, ob der Markt vor einer neuen Technologieblase steht. Der renommierte Investor Stanley Druckenmiller, der erhebliche Anteile an Palantir und Nvidia hält, äußerte sich dazu, dass echte Blasen in der Regel nicht nur sechs Monate andauern. Sollte sich die KI-Euphorie tatsächlich zu einer Blase entwickeln, könnten extreme Bewertungen mindestens zweieinhalb Jahre Bestand haben – ähnlich wie bei der Dotcom-Blase in den späten 1990er Jahren. Zur Mitte des Jahres 2023 schien der Markt jedoch noch nicht in einer Blase zu stecken. Zwar wurde Nvidia zu diesem Zeitpunkt mit dem 27-fachen des zukünftigen Umsatzes gehandelt, doch Analysten rechneten mit einem deutlichen Umsatzwachstum in den kommenden Jahren. Zum Vergleich: Während der Dotcom-Blase war der NASDAQ 100 mit dem 60-fachen der Gewinne bewertet, während er Mitte 2023 lediglich beim 25-fachen lag.