Indiens Notenbank vor Zinsschock? Standard Chartered erwartet kräftige Erhöhungen

Quelle Fxstreet

Die Ökonomen der Standard Chartered, Anubhuti Sahay und Saurav Anand, rechnen inzwischen damit, dass die Reserve Bank of India ihren Leitzins im Geschäftsjahr 2027 um insgesamt 50 Basispunkte auf 5,75 Prozent anheben wird. Die erste Zinserhöhung erwarten sie bereits im Juni. Hintergrund seien eine höhere Inflationsprognose für das Geschäftsjahr 2027, die Abwertung der indischen Rupie sowie steigende globale Anleiherenditen. Zudem sehen die Analysten zusätzliche Risiken für weitere Zinsschritte, falls Rohstoffpreise hoch bleiben und die Rupie weiter unter Druck gerät.

Standard Chartered hebt Prognose für Zinspfad im Geschäftsjahr 2027 an

„Wir revidieren unsere Prognose für den Repo-Satz im Geschäftsjahr 2027 (per Ende März 2027) auf kumulierte Zinserhöhungen von 50 Basispunkten auf 5,75 Prozent, nachdem wir zuvor von einem unveränderten Satz von 5,25 Prozent ausgegangen waren. Dies spiegelt eine Anhebung unserer Inflationsprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 4,9 Prozent von zuvor 4,7 Prozent sowie den zunehmenden Abwertungsdruck auf die indische Rupie wider. Zwar hat der geldpolitische Ausschuss betont, dass seine Entscheidungen stärker von den inländischen Wachstums- und Inflationsaussichten als von der Verteidigung der Währung abhängen. Das stärker als erwartete Tempo der Rupien-Abwertung – die Währung notiert aktuell bei 96,80 je US-Dollar gegenüber unserer Prognose von 93 bis Ende Juni – erhöht jedoch das Risiko von Zweitrundeneffekten auf die Inflation und stärkt aus unserer Sicht die Argumente für Zinserhöhungen.“

„Wir gehen nun davon aus, dass der geldpolitische Ausschuss bereits auf seiner Juni-Sitzung mit Zinserhöhungen beginnen dürfte, da die Inflationsrisiken im Inland parallel zu steigenden globalen Renditen zunehmen. Einige asiatische Zentralbanken haben bereits überraschende Zinsschritte vorgenommen.“

„Unsere revidierte Inflationsprognose für die kommenden vier Quartale liegt nun bei 5,1 Prozent gegenüber zuvor 4,7 Prozent und einer Inflation von 2,1 Prozent im vergangenen Jahr. Zwar dürfte sich die Inflation weiterhin innerhalb der Zielspanne des geldpolitischen Ausschusses von zwei bis sechs Prozent bewegen, wobei vier Prozent das mittelfristige Ziel darstellen. Das Risiko einer anhaltend hohen Inflation dürfte unserer Ansicht nach jedoch eine geldpolitische Reaktion auslösen.“

„Wir rechnen mit Zinserhöhungen von insgesamt 50 Basispunkten, gleichmäßig verteilt auf die Sitzungen im Juni und August. Sollte es im Juni jedoch keinen Zinsschritt geben, könnte die Anhebung im August auf 50 Basispunkte gebündelt werden.“

„Zudem sehen wir das Risiko zusätzlicher Zinserhöhungen um 25 bis 50 Basispunkte im Geschäftsjahr 2027, falls die Inflation aufgrund anhaltend hoher Rohstoffpreise und der Schwäche der Rupie stärker steigt als von uns erwartet.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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