Die Aktivität im französischen Privatsektor erlitt im Mai einen tiefen Einbruch, wie vorläufige Daten von S&P Global zeigen, was darauf hindeutet, dass der Anstieg der Ölpreise Haushalte und Unternehmen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone stark getroffen hat.
Der französische Composite PMI, der die Aktivität sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor misst, fiel im Mai auf 43,5, den niedrigsten Stand seit November 2020. Der Wert verfehlt die Prognosen der Ökonomen, die erwarteten, dass der PMI im Vergleich zu 47,6 im April weitgehend unverändert bleibt.
Da der Wert deutlich unter die Schwelle von 50 fällt, deutet dies auf eine starke Kontraktion der französischen Wirtschaft hin. „Die vorläufige PMI-Umfrage für Frankreich im Mai liefert ein düsteres Zahlenwerk“, sagte Joe Hayes, Principal Economist bei S&P Global Market Intelligence.
Der starke Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität wird weitgehend auf den Ölschock infolge des Iran-Kriegs zurückgeführt. Sowohl Fabriken als auch Dienstleistungsunternehmen gaben an, dass die höheren Energiekosten der Grund für die geringere Produktion sind.
„Die Sorge besteht darin, dass ein breiter Anstieg des allgemeinen Preisniveaus der Wirtschaft das Risiko weiterer Nachfragerückgänge erhöht“, sagte Hayes. „Alarmierend ist, dass wir im Mai einen Einbruch der Auftragseingänge im Privatsektor verzeichneten, was uns eine klare Indikation dafür gibt, dass dieser Schock die Rezessionsrisiken für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone deutlich erhöht hat.“
Für die Eurozone insgesamt zeigten die PMI-Daten, dass die Wirtschaft der Region im Mai ebenfalls schrumpfte, wenn auch weniger stark als in Frankreich.
Während der Veröffentlichung der vorläufigen PMI-Daten für die Eurozone wurde eine deutliche Erholung des Euro (EUR) beobachtet. Der Effekt scheint jedoch mit der starken Korrektur des US-Dollars (USD) im Zuge der gestiegenen Hoffnungen auf eine mögliche Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zusammenzuhängen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erholt sich EUR/USD von seinem Intraday-Tief bei 1,1594 auf nahe 1,1630.