USD/CHF gewinnt nach zwei Verlusttagen an Boden und notiert während der europäischen Handelszeit am Dienstag um 0,7890. Das Paar steigt, da der US-Dollar (USD) von der Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts festgefahrener US-Iran-Friedensgespräche unterstützt wird.
US-Präsident Donald Trump scheint das Angebot Irans, die Sperrung der Straße von Hormus zu beenden, nicht anzunehmen. Zudem schien US-Außenminister Marco Rubio jegliche Vereinbarung auszuschließen, die das iranische Atomprogramm nicht einschließt.
Iran bot an, die Straße von Hormus zu öffnen, wenn die USA ihre Blockade des Landes aufheben und den Krieg beenden, in einem Vorschlag, der die Diskussionen über das Atomprogramm der Islamischen Republik verschieben würde, so Bloomberg.
Der Greenback gewann auch aufgrund steigender Erwartungen an eine anhaltend restriktive Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) und sogar weiterer Straffungen. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung im April die Zinsen unverändert lässt und wahrscheinlich die Zielspanne für die Federal Funds bei 3,50 %–3,75 % belässt, was eine dritte aufeinanderfolgende Pause markieren würde. Fed-Kandidat Kevin Warsh betonte die Unabhängigkeit der Geldpolitik, obwohl die Märkte einen aggressiveren Pfad für Zinssenkungen einpreisen.
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, bekräftigte auf der April-Sitzung, dass die Bank sehr bereit ist, an den Devisenmärkten zu intervenieren, indem sie Fremdwährungen kauft, um den Schweizer Franken (CHF) zu schwächen und die Preisstabilität zu schützen. Schlegel stellte außerdem fest, dass die aktuelle geldpolitische Haltung expansiv bleibt, um die wirtschaftliche Aktivität angesichts „tiefgreifender Unsicherheit“ zu unterstützen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.