EUR/CAD gewinnt an Boden, da der Euro (EUR) vom hawkischen Ton der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt wird. Das Währungspaar notiert während der europäischen Handelszeit am Dienstag um die Marke von 1,6100. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, betonte, dass die Geldpolitik restriktiv bleiben wird, bis die Inflation nachhaltig zum 2%-Ziel zurückkehrt.
Der Composite Purchasing Managers’ Index (PMI) von S&P Global und HCOB für Deutschland fiel im März auf ein Dreimonatstief von 51,9 nach 53,2 im Februar, wobei die Verlangsamung vollständig vom Dienstleistungssektor getragen wurde. Der Services PMI sank im März auf 50,9 von zuvor 53,5.
Phil Smith, Associate Director für Wirtschaft bei S&P Global Market Intelligence, erklärte, dass der Konflikt im Nahen Osten das Wachstum im Dienstleistungssektor gedämpft habe. Smith wies darauf hin, dass höhere Kraftstoffpreise und erhöhte Unsicherheit die Ausgaben belastet haben, was zu einem starken Rückgang des Wachstums der Geschäftstätigkeit auf das schwächste Niveau seit sieben Monaten im März führte.
Die Marktteilnehmer werden auf weitere Hinweise aus den bevorstehenden Einzelhandelsumsätzen der Eurozone und den deutschen Inflationsdaten im Laufe der Woche achten, die zusätzliche Einblicke in die Zinspolitik der EZB für das Jahr geben könnten.
Das Währungspaar EUR/CAD wird unterstützt, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) unter Druck steht, nachdem der WTI-Preis seine Tagesgewinne eingebüßt hat. Es ist erwähnenswert, dass Kanada der größte Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist. Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis liegt zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 103,00 USD pro Barrel.
Die Händler bereiten sich auf die bevorstehende Frist des US-Präsidenten Donald Trump vor, wonach Iran die Straße von Hormus wieder öffnen soll. Trump hatte zuvor gewarnt, dass er iranische Kraftwerke und Brücken angreifen könnte, falls seine Forderungen bis Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time, nicht erfüllt werden.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.