US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Exekutivanordnung, die auf bestimmte importierte Medikamente von Unternehmen, die in den kommenden Monaten keine Vereinbarungen mit seiner Regierung treffen, Zölle von bis zu 100 % verhängen könnte, berichtete Bloomberg am Donnerstag.
Eine Erklärung des Weißen Hauses besagte, dass die neue Abgabe auf patentierte Arzneimittel aus Ländern ohne Zollabkommen mit den USA Anwendung findet, wenn die Unternehmen keine Meistbegünstigtenklausel mit der Regierung haben. Zölle für Produkte bestimmter größerer Unternehmen treten in 120 Tagen in Kraft, während Artikel von kleineren Herstellern erst nach weiteren 180 Tagen zollpflichtig werden.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.