Die asiatischen Aktienmärkte sind im Dienstagshandel deutlich im Minus, da die Befürchtungen anhaltend hoher Ölpreise bestehen bleiben, obwohl die Hoffnungen auf ein Ende des monatelangen Krieges im Nahen Osten gestiegen sind.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung liegt der Nikkei 225 fast 11 % niedriger bei rund 51.410, der Shanghai Composite notiert 0,16 % tiefer bei etwa 3.915, und der Hang Seng fällt um 0,4 % auf rund 24.650.
Früher am Tag berichtete das Wall Street Journal (WSJ), dass der US-Präsident Donald Trump bereit ist, den Krieg mit dem Iran zu beenden, obwohl die Straße von Hormus geschlossen bleibt, da Washington nicht beabsichtigt, die militärische Mission über seinen Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen hinaus auszudehnen. Trump erklärte, er werde einen diplomatischen Weg verfolgen, um die Wasserwege wieder zu öffnen.
Die Fortsetzung der Schließung der Straße von Hormus deutet darauf hin, dass die Ölpreise anhaltend hoch bleiben, ein Szenario, das die Investitionsfähigkeit von Ländern einschränkt, wie etwa großen asiatischen Volkswirtschaften, die weitgehend auf Ölimporte angewiesen sind, um ihren Energiebedarf zu decken.
Zu Beginn des Nahostkonflikts gelang es Teheran, militärische Dominanz in der Nähe der Straße von Hormus zu erlangen, einem Durchgang für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung, als Vergeltung gegen die USA und Israel für die Tötung ihrer Spitzenführer.
Unterdessen haben riskantere Anlageklassen weltweit Kaufinteresse verzeichnet. Die S&P 500-Futures sind um 0,8 % gestiegen und notieren nahe 6.400. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert marginal niedriger bei rund 100,45.
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.