Der Goldpreis (XAU/USD) hält am Montag solide Gewinne von fast 1 %, während der US-Dollar (USD) stark bleibt und die Renditen von US-Staatsanleihen trotz der Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen im Jahr 2026 unverändert lässt, sinken. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei 4.530 USD, nachdem es von Tagestiefs bei 4.418 USD abgeprallt ist.
Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Energiepreise weiter nach oben und stärkt die Wetten der Händler auf höhere Zinsen. Dennoch würde die Spekulation, dass der Konflikt sich verlängern könnte, das Wirtschaftswachstum belasten und den Druck auf die Zentralbanken erhöhen, die Zinsen zu halten oder zu senken, um eine tiefere wirtschaftliche Abschwächung zu verhindern.
Unterdessen setzte West Texas Intermediate (WTI) seine Gewinne am vierten Tag in Folge fort und stieg um mehr als 1,30 % auf 100,39 USD pro Barrel. Obwohl dies positiv für den US-Dollar ist, wirkte es sich auch positiv auf die Goldpreise aus, die trotz dessen im März Verluste von mehr als 10 % verzeichnen dürften.
Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich in einem Interview an der Harvard University. Er sprach von Spannungen zwischen den Zielen des dualen Mandats und bekräftigte das Engagement der Zentralbank, die Inflation auf 2 % zurückzuführen. Er sagte, dass Zölle einen einmaligen Inflationsanstieg von 0,5 % bis 1 % verursacht hätten.
Powell bezeichnete die Geldpolitik als gut positioniert, räumte ein, dass die Ereignisse im Nahen Osten die Gaspreise beeinflussen, und erklärte, dass die langfristigen Inflationserwartungen stabil seien. Die Verantwortlichen könnten reagieren, wenn Konflikte die Inflation oder die Erwartungen beeinflussen.
Im Gegensatz dazu sagte Fed-Gouverneur Stephen Miran, dass die Inflationserwartungen durch die erhöhten Ölpreise noch nicht beeinflusst seien, fügte hinzu, dass es keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale gebe, und erklärte, dass ein solches Ergebnis äußerst unwahrscheinlich erscheine.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Performance der amerikanischen Währung gegenüber sechs anderen misst, steigt um 0,29 % auf 100,48. Die Renditen von US-Staatsanleihen, insbesondere die der 10-jährigen T-Note, fallen um fast 9 Basispunkte auf 4,34 %, da die Geldmärkte die Chancen für eine Zinssenkung durch die Federal Reserve erhöhen.
Die Geldmärkte erwarten, dass die Federal Reserve die Zinsen im Jahr 2026 hält, wobei die erste Senkung Mitte 2027 erwartet wird.

Was die Daten betrifft, so stehen der US-Wirtschaftskalender die Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) für Februar, das Verbrauchervertrauen und Reden von Fed-Politikern an.
Das technische Bild zeigt, dass Gold seitwärts handelt, da ein klarer Katalysator fehlt, was die Tür für ein entschiedenes Überwinden des wichtigen Widerstands am 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.610 USD öffnen könnte.
Der Relative Strength Index (RSI) zeigt, dass die Verkäufer weiterhin das Sagen haben, aber Käufer beginnen aufzutauchen, da der Index sich der neutralen 50er-Marke nähert.
Wenn XAU/USD den 100-Tage-SMA überwindet, wäre der nächste interessante Bereich das Hoch vom 20. März bei 4.736 USD, gefolgt vom 20-Tage-SMA bei 4.841 USD. Bei weiterer Stärke wäre der nächste Angebotsbereich der 50-Tage-SMA bei 4.951 USD.
Umgekehrt, wenn Gold unter 4.500 USD fällt, wäre die erste Unterstützung das Tief vom 2. Februar bei 4.402 USD, gefolgt vom Tagestief vom 24. März bei 4.305 USD, vor dem 200-Tage-SMA bei 4.100 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.