Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl sinkt nach drei Tagen mit Gewinnen und liegt während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei etwa 98,90 USD pro Barrel. Die Rohölpreise könnten sich jedoch aufgrund von Angebotsbedenken erholen, da die Erwartungen an eine schnelle Lösung des Iran-Konflikts weiter schwinden.
Von Iran unterstützte Houthi-Kräfte im Jemen führten am Wochenende ihre ersten Angriffe auf Israel durch und weiten damit den regionalen Konflikt aus. Sie warnten, dass die Angriffe so lange andauern werden, bis die Operationen gegen Iran und seine Verbündeten beendet sind. Die Gruppe stellt auch eine Bedrohung für den Schiffsverkehr durch das Rote Meer und für wichtige saudische Energieinfrastrukturen dar, was Bedenken hinsichtlich möglicher Angebotsunterbrechungen aufkommen lässt.
Unterdessen bereiten sich die Vereinigten Staaten (US) Berichten zufolge auf eine langwierige Bodenoffensive im Iran vor, wobei Tausende von Truppen in die Region verlegt werden. Präsident Donald Trump hat zudem die Idee geäußert, die Kontrolle über Irans Ölressourcen, einschließlich seines wichtigsten Exportterminals auf der Insel Kharg, zu übernehmen – ein Schritt, der an frühere US-Maßnahmen in Venezuela erinnert.
Auf einer anderen Front deutete Trump eine politische Kehrtwende in Bezug auf Kuba an und erklärte, er sei nicht gegen Länder, die der Insel Rohöl liefern. Dies geschieht, während sich ein sanktionierter russischer Tanker mit einer wichtigen Lieferung Kuba nähert und damit der unter einer effektiven US-geführten Ölblockade leidenden Wirtschaft etwas Erleichterung verschafft.
Das Schiff, das mit der sogenannten „Schattenflotte“ Russlands in Verbindung steht, wurde vor der Ostküste Kubas verfolgt und soll bald anlegen, was den angespannten Energievorräten des Landes dringend benötigten Auftrieb geben dürfte, so Reuters.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.