Das Global-Markets-Research-Team von Nomura erwartet, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen bis 2026 unverändert lässt – vorausgesetzt, die Futures für Brent-Rohöl und niederländisches TTF-Erdgas fallen wieder in Richtung der Niveaus vor dem Konflikt zurück. Gleichzeitig warnen die Analysten, dass dauerhaft hohe Energiepreise bereits in diesem Jahr zwei Zinserhöhungen erzwingen könnten, da die Märkte inzwischen eine höhere Inflation und eine moderate geldpolitische Straffung einpreisen.
„Die Finanzmärkte preisen bis Dezember 2026 Zinserhöhungen der EZB von rund 25 Basispunkten und bis Dezember 2027 von etwa 33 Basispunkten ein. Die Märkte kalkulieren dabei mit Zinsschritten als Reaktion auf den Anstieg der Futures-Kurven für Brent-Rohöl und niederländisches TTF-Erdgas sowie auf den erwarteten Anstieg der HICP-Inflation.“
„Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die EZB die Zinsen in diesem und im kommenden Jahr unverändert lässt. Diese Einschätzung basiert allerdings auf der Annahme, dass sich die Ereignisse so entwickeln, dass die Futures-Kurven für Brent-Rohöl und niederländisches TTF-Erdgas wieder auf Niveaus wie vor dem Konflikt zurückfallen und die Auswirkungen auf die Realwirtschaft daher begrenzt bleiben.“
„Sollten sich die Futures-Kurven jedoch bis zur EZB-Sitzung im Juni auf dem jüngsten Höchststand stabilisieren, dürfte die EZB nach unserer Einschätzung in diesem Jahr zwei Zinserhöhungen vornehmen müssen. Eine erste Anhebung könnte dann bereits auf der Juni-Sitzung erfolgen. Sollten sich die Energiepreise bis dahin auf dem Niveau ihrer jüngsten Höchststände einpendeln, würde dies im Vergleich zur Sensitivitätsanalyse über den Prognosehorizont hinweg zu einem stärkeren Anstieg der HICP-Inflationsprognosen führen, da die Futures-Kurven für Rohöl und Erdgas abwärtsgerichtet verlaufen. In diesem Szenario könnte ein zusätzlicher Zinsschritt erforderlich werden.“