Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (MPC) der Bank of England (BoE), Catherine Mann, sagte während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag, dass die steigende Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich (UK) zu einem großen Anliegen wird. Mann lobte die Inflationsdaten aus dem Januar, die zeigten, dass sowohl der Gesamt- als auch der Kernverbraucherpreisindex (CPI) moderat gewachsen sind.
Wir nähern uns einem Gefühl dafür, wo die Geldpolitik zwischen dem Inflationsziel und der Vollbeschäftigung ausgewogen ist.
Die Arbeitslosenquote ist gestiegen, und das ist ein großes Anliegen.
Die Inflationszahlen aus dem Januar sind aus der Gesamtperspektive und auch aus der Kernperspektive gut.
Was die Kerninflation betrifft, ist sie nicht ganz so gut, wie wir gehofft hatten.
Es ist schwer zu sagen, ob die 2% Inflation, die wir in den nächsten Monaten wahrscheinlich sehen werden, tatsächlich nachhaltig sind.
Das Pfund Sterling (GBP) hat negativ auf die Kommentare von BoE Mann reagiert. GBP/USD erreicht ein frisches, fast vier Wochen tiefes Niveau bei 1,3470.
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.