Ripple (XRP) wird oberhalb von 1,40 US-Dollar gestützt und notierte am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 1,47 US-Dollar. Der Anstieg fällt zwar gering aus, hat jedoch die Verluste des Vortages ausgeglichen. Die niedrige Aktivität sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Anlegern könnte den bullischen Spielraum von XRP allerdings begrenzen. Aktuell richtet sich der Blick auf das Hoch vom Sonntag bei 1,67 US-Dollar.
Seit dem Rekordhoch von 3,66 US-Dollar im Juli fällt es XRP schwer, Erholungen nachhaltig zu festigen. In einem schwächeren Markt für private Derivate kam es zu teils starken Kursschwankungen.
Das Open Interest (OI) bei XRP-Futures beläuft sich am Mittwoch auf 2,45 Milliarden US-Dollar, nach 2,53 Milliarden US-Dollar am Dienstag. Zum Vergleich: Im Juli erreichte das Futures-OI mit 10,94 Milliarden US-Dollar den Höchststand und fiel zeitlich mit dem Allzeithoch des Tokens zusammen.
Der ausgeprägte Rückgang der Aktivität privater Marktteilnehmer spiegelt die vorherige Schwäche des XRP-Kurses wider. Mit sinkendem OI schließen Händler in großer Zahl Positionen und eröffnen kaum neue. Das macht XRP anfälliger für Marktdruck und eine risikoscheue Stimmung.

Auch XRP-Spot-Exchange-Traded Funds (ETFs) verzeichneten einen stetigen Rückgang des Anlegerinteresses, was sich in der verhaltenen Aktivität am Dienstag zeigte. Daten von SoSoValue zufolge gab es bei in den USA gelisteten XRP-Spot-ETFs keine Mittelzuflüsse. Die kumulierten Zuflüsse lagen damit unverändert bei 1,23 Milliarden US-Dollar, das Nettovermögen bei 1,06 Milliarden US-Dollar.
Mit dem nachlassenden Interesse an entsprechenden Anlageprodukten sinkt tendenziell auch die Risikobereitschaft. Die schwache Stimmung dämpft das Erholungspotenzial von XRP und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines verlängerten Abwärtstrends.

XRP blieb unter dem Hoch vom Sonntag bei 1,67 US-Dollar, während die Unterstützung im Bereich von 1,40 US-Dollar hält. Obwohl der Indikator Moving Average Convergence Divergence (MACD) seit Samstag ein Kaufsignal aufrechterhält, bleibt die Gesamtstruktur bärisch.
Der 50-Tage-EMA bei 1,71 US-Dollar, der 100-Tage-EMA bei 1,92 US-Dollar und der 200-Tage-EMA bei 2,13 US-Dollar zeigen allesamt nach unten und begrenzen damit das Aufwärtspotenzial. Ein anhaltender Rückgang unter die Nachfragezone bei 1,40 US-Dollar könnte das Tief vom vergangenen Freitag bei 1,35 US-Dollar erneut ins Visier rücken.

Unterdessen steigt der Money Flow Index (MFI), der Zu- und Abflüsse bei XRP misst, auf 53 und signalisiert eine stabile Risikoneigung. Ein deutlicherer Anstieg des MFI würde auf eine bullische Verschiebung hindeuten, wodurch ein Ausbruch in Richtung 1,67 US-Dollar wahrscheinlicher würde.
Kurzfristige Kursziele liegen bei einem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar sowie an der nächsten Verkäuferzone bei 1,54 US-Dollar, die mit dem Hoch vom 6. Februar zusammenfällt.