Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, weitet seine Verluste am zweiten Handelstag in Folge aus und notiert während der asiatischen Sitzung am Mittwoch bei rund 99,90. Der Greenback könnte weiter an Boden verlieren, da die Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der wachsenden diplomatischen Dynamik rund um eine mögliche Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus nachlässt.
Katarische Beamte teilten am Dienstag mit, dass ein Zwischenvorschlag ausgearbeitet worden sei, wobei sowohl Washington als auch Teheran greifbare Fortschritte bei der Wiederherstellung des Zugangs zu der wichtigen maritimen Transitroute signalisierten. Dieser diplomatische Durchbruch folgt auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, geplante Militärschläge gegen den Iran auszusetzen und den Verhandlungen Raum zu geben, während er an seiner Forderung nach einer sofortigen Wiedereröffnung der Wasserstraße festhält.
Allerdings könnte der US-Dollar durch eine Erholung der Benchmark-Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen etwas Unterstützung finden, nachdem diese am Dienstag in Richtung 4,61% gefallen war. Dieser anfängliche Renditerückgang wurde durch sinkende Energiepreise ausgelöst, die die Inflationssorgen dämpften und die Erwartungen an eine hawkische Reaktion der Federal Reserve (Fed) abschwächten.
Fed-Mitglied Schmid sendete eine leicht hawkishere Botschaft mit einem FXS Speechtracker-Score von 7,3/10, der leicht über dem historischen Durchschnitt von 7/10 lag, und betonte, dass die aktuelle Politik "nicht restriktiv" sei und die Inflation weiterhin "zu hoch" und "besorgniserregend" bleibe. Die Betonung von KI-bezogenen Investitionen als neuem Inflationstreiber, die Warnung, dass die jüngste Disinflation und die niedrigeren Energiekosten nur vorübergehend sein könnten, sowie der Aufruf zu einer strafferen Geldpolitik, um das 2%-Ziel zu sichern, unterstreichen insgesamt eine Tendenz zu weiterer Zurückhaltung, auch wenn sich Wachstum und Arbeitsmarkt widerstandsfähig und weitgehend ausgewogen zeigen. Indem er die PCE-Kennzahl erneut als bevorzugtes Inflationsmaß bestätigt und davor warnt, preistreibende Schocks auf der Angebotsseite herunterzuspielen, fällt die Rede trotz der Anerkennung der jüngsten Fortschritte bei der Inflation insgesamt hawkish für den Dollar aus.
Der FXS Fed Sentiment Index fiel um 0,96 Punkte auf 145,80 und signalisiert damit eine leichte Abschwächung der wahrgenommenen Hawkishness gegenüber dem vorherigen Wert. Da der Index jedoch weiterhin deutlich über der neutralen Marke von 100 liegt, bleibt die Fed trotz des Rückgangs klar im hawkishen Bereich und stützt damit Schmidts Botschaft, dass die Politik möglicherweise weiter gestrafft werden muss, auch wenn der FXS Speechtracker-Score nur geringfügig über die etablierte Basislinie steigt.
