Ethereum nach Kurssprung: Jetzt übernehmen die Bullen das Kommando

Quelle Fxstreet

Nachdem Ethereum (ETH) in der vergangenen Woche um mehr als 30 Prozent zugelegt hat, gewinnen die Bullen auch beim Netto-Taker-Volumen die Oberhand. Der gleitende 30-Tage-Durchschnitt der Kennzahl drehte in der vergangenen Woche ins Plus. Das deutet darauf hin, dass die unmittelbare Marktaktivität bei unbefristeten Futures-Kontrakten derzeit eher auf weiter steigende Kurse ausgerichtet ist.

Das Netto-Taker-Volumen misst die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufsvolumen jener Transaktionen, die bei unbefristeten Futures-Kontrakten über Market-Orders ausgeführt werden.

Trotz dieser positiven Entwicklung blieb der Zufluss neuen Kapitals in ETH-Futures, das die Rally stützen könnte, bislang verhalten. Ein Großteil des Kurssprungs der vergangenen Woche ging auf einen heftigen Short-Squeeze zurück. Dabei verzeichnete ETH die höchsten Liquidationen von Short-Positionen seiner Geschichte. Als Anleger ihre Wetten auf fallende Kurse eindecken mussten, zog der Preis kräftig an.

Da damit zahlreiche gehebelte Wetten auf fallende Kurse aus dem Markt verschwanden, ging auch das Open Interest zurück. In der vergangenen Woche sank es um rund 500.000 ETH.

In der Folge fiel die geschätzte Leverage Ratio (ELR) auf 0,74 und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang März.

Die ELR setzt die Börsenreserven eines digitalen Vermögenswerts ins Verhältnis zum Open Interest. Sinkende Werte deuten darauf hin, dass die Marktteilnehmer ihre Verschuldung beziehungsweise ihren Hebel reduzieren.

Während frisches Kapital am Derivatemarkt bislang nur verhalten zufließt, hat die Nachfrage am Spotmarkt die Rally gegen Gewinnmitnahmen gestützt. Mit steigenden Kursen nimmt grundsätzlich auch das Verkaufspotenzial zu. Das gilt insbesondere oberhalb der durchschnittlichen On-Chain-Kostenbasis von 2.300 Dollar, da Anleger dann verstärkt über Gewinnmitnahmen nachdenken könnten.

Dennoch gingen die Ethereum-Bestände auf Kryptobörsen in der vergangenen Woche um rund 101.000 ETH zurück, obwohl die nicht realisierten Gewinne deutlich gestiegen sind. Das deutet unter dem Strich auf anhaltenden Kaufdruck hin.

Technischer Ausblick für Ethereum: ETH hält sich über 2.431 Dollar

Im Tageschart setzt ETH seinen Anstieg deutlich oberhalb der kurz- und mittelfristigen exponentiellen gleitenden Durchschnitte fort. Damit bleibt das kurzfristige Bild zwar bullish, wirkt inzwischen aber überdehnt. Die 20-Tage-EMA bei 2.221 Dollar, die 50-Tage-EMA bei 2.042 Dollar und die 100-Tage-EMA bei 2.003 Dollar verlaufen allesamt deutlich unter dem aktuellen Kurs und sprechen damit für einen gut unterstützten Trend. Die 200-Tage-EMA bei 2.204 Dollar dient inzwischen als zurückeroberte längerfristige Unterstützung.

Die Dynamik wirkt allerdings überhitzt. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit rund 75 Punkten im überkauften Bereich, während der Stochastik-Oszillator über 90 liegt. Damit steigt das Risiko, dass die Aufwärtsbewegung zunächst in eine Konsolidierung oder einen korrigierenden Rücksetzer übergeht.

Auf der Unterseite liegt eine erste Unterstützung an der jüngsten horizontalen Marke um 2.431 Dollar. Darunter folgen die 20-Tage-EMA sowie gebündelte horizontale und gleitende Unterstützungen bei 2.172, 2.042 und 2.003 Dollar. Bei einem stärkeren Rücksetzer würde anschließend die frühere Reaktionszone bei 1.961 Dollar in den Fokus rücken. Weitere Unterstützungen liegen bei 1.809 und 1.701 Dollar.

Chart Analysis ETH/USDT (Binance)

Auf der Oberseite trifft ETH zunächst bei 2.736 Dollar auf Widerstand. Weitere Hürden liegen bei 2.885 und 3.241 Dollar. Sollte die überkaufte Marktlage anhalten, könnten in diesen Bereichen verstärkt Gewinnmitnahmen einsetzen.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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