Gold (XAU/USD) erhält während der asiatischen Sitzung am Donnerstag neue Gebote und macht einen Großteil der Verluste des Vortages auf die Region um 4.583 USD, bzw. das Wochentief, wieder wett. Das Edelmetall bleibt jedoch unter seinem am Dienstag erreichten höchsten Stand seit dem 14. Mai, da Händler auf die Rede des Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, auf dem Jackson-Hole-Symposium am Freitag warten, um Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten. Der Ausblick wiederum wird eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Kursdynamik des US-Dollars (USD) spielen und dem renditelosen Goldbarren einen gewissen Impuls verleihen.
Unterdessen stützten die am Mittwoch veröffentlichten leicht heißen US-Inflationsdaten die Annahme, dass die Fed bis zum Jahresende mindestens einmal die Zinsen anheben wird. Tatsächlich zeigten die vom Handelsministerium veröffentlichten Daten, dass der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA in den 12 Monaten bis Juli unverändert bei 3,7% blieb und damit höher als erwartet ausfiel. Hinzu kam, dass der Kernindikator, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, wie erwartet bei 3,3% verharrte. Dies deutet auf weiterhin hartnäckige Inflation hin und dürfte die Debatte darüber verschärfen, ob die Zinsen angehoben oder unverändert gelassen werden sollten.
Trotz der hawkishen Fed-Erwartungen bleiben die Renditen von US-Staatsanleihen aufgrund der Rückkaufstrategie des US-Finanzministeriums niedrig. Hinzu kommt, dass der jüngste Optimismus über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus den Aufwärtsspielraum für den USD begrenzen und Gold etwas Unterstützung bieten. Tatsächlich deuten Medienberichte darauf hin, dass die USA und der Iran ein neues Waffenstillstandsabkommen erzielt haben, das in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden soll. Darüber hinaus sagte Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi am Dienstag, dass Teheran und Oman eine vorübergehende Seeroute für Schiffe vereinbart haben, die die Wasserstraße passieren.
Gharibabadi warnte jedoch, dass die Straße erst dann vollständig wieder geöffnet werde, wenn die USA ihre Verpflichtungen aus einem im Juni unterzeichneten vorläufigen Friedensabkommen erfüllen, wodurch die geopolitische Risikoprämie bestehen bleibt. Dies wiederum wirkt als Rückenwind für die Rohölpreise und den sicheren Hafen Greenback, was den Goldpreis deckeln könnte. Daher wäre es ratsam, auf starke Anschlusskäufe und einen nachhaltigen Anstieg über die Marke von 4.700 USD zu warten, bevor man sich auf die Wiederaufnahme des seit Monatsbeginn beobachteten Aufwärtstrends des XAU/USD-Paares positioniert.
Das Edelmetall behält oberhalb des Zusammenflusses bei 4.525-4.515 USD – bestehend aus dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) und dem 38,2% Fibonacci-Retracement des Rückgangs von März bis Juni – eine bullische kurzfristige Tendenz bei. Unterdessen bewegt sich der Relative Strength Index (RSI) bei 68,21 in der Nähe des überkauften Bereichs, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich bleibt. Zusammen deuten diese Indikatoren darauf hin, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin konstruktiv, aber zunehmend ausgedehnt ist.
Daher ist es ratsam, eine Bewegung über das 50%-Retracement-Niveau und die Marke von 4.700 USD abzuwarten, bevor man sich für weitere Gewinne positioniert. Die anschließende Aufwärtsbewegung könnte den Goldpreis auf das 61,8%-Niveau bei 4.861,14 USD heben. Weiter nördlich bilden das 78,6%-Retracement bei 5.107,11 USD und die Region des Zyklushochs nahe 5.420,42 USD ein breiteres bullisches Ziel, falls Käufer den Anstieg ausweiten. Auf der Unterseite könnte der Zusammenfluss bei 4.525-4.515 USD den unmittelbaren Abwärtsdruck weiterhin abfedern. Ein tieferer Pullback würde das 23,6%-Niveau bei 4.301,87 USD freilegen, bevor der strukturelle Boden um das Zyklustief bei 3.956,35 USD erreicht wird.
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Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.