Ripple (XRP) bleibt unter Druck und notiert am Freitag zum Zeitpunkt der Erstellung unter 1,05 US-Dollar. Damit gibt der Token bereits den vierten Tag in Folge nach. Die Entwicklung spiegelt die verhaltene Stimmung am breiteren Kryptomarkt wider, obwohl sich eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten abzeichnen könnte.
Der XRP Ledger (XRPL) unterstützt Multi-Signatur-Transaktionen, bei denen mehrere Personen ein Konto autorisieren können. Laut Ayo Akinyele, Leiter des Engineering bei RippleX, stellt das derzeitige Verfahren sicher, dass eine Transaktion erst ausgeführt wird, wenn genügend Genehmigungen vorliegen.
Akinyele weist jedoch auf eine Schwachstelle im aktuellen Prozess hin: „Jemand erstellt die Transaktion, teilt sie mit allen Unterzeichnern, sammelt die Signaturen ein, führt sie zusammen und übermittelt die endgültige Transaktion.“
Geht diese Person offline, geht eine Signatur verloren oder unterläuft ihr ein Fehler, kann der gesamte Vorgang scheitern oder muss von vorne begonnen werden.
Der Vorschlag für einen sogenannten On-Chain-Cosigner verlagert diesen Koordinierungsprozess direkt auf den XRPL. Sobald der Vorschlag im Ledger hinterlegt ist, können die Unterzeichner ihre Zustimmung hinzufügen, die anschließend vom Protokoll validiert wird. Ist die erforderliche Anzahl an Genehmigungen erreicht, kann die Transaktion von jedem eingereicht werden.
Ripple richtet sich damit an Institutionen, Verwahrstellen und Treasury-Teams sowie an mehrere Organisationen, die möglicherweise gemeinsam eine entsprechende Transaktion genehmigen müssen.
„Der Vorschlag soll zudem andere laufende Arbeiten ergänzen, darunter gebündelte Transaktionen und Kreditprozesse, die die Zustimmung mehrerer Parteien erfordern“, fügte Akinyele hinzu.
Bei den XRP-Spot-ETFs wurden am Mittwoch Nettoabflüsse von insgesamt 3,58 Millionen US-Dollar verzeichnet, nachdem die Aktivität am Vortag verhalten geblieben war. Dies deutet auf ein nachlassendes Interesse an dem für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzten Token hin und passt zum schwächer werdenden technischen Bild. Anders ausgedrückt: Angesichts der anhaltenden Kursverluste fällt es Anlegern zunehmend schwer, an einer optimistischen Einschätzung festzuhalten.

XRP-ETF-Mittelströme | Quelle: SoSoValue
XRP notiert bei rund 1,05 US-Dollar und zeigt kurzfristig weiterhin ein angeschlagenes technisches Bild, da der Kurs unter allen wichtigen exponentiellen gleitenden Durchschnitten liegt. Der 50-Tage-EMA bei 1,11 US-Dollar, der 100-Tage-EMA bei 1,20 US-Dollar und der 200-Tage-EMA bei 1,39 US-Dollar bilden gestaffelte Widerstände. Gleichzeitig notiert der Kurs unter der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei 1,088 US-Dollar, was den begrenzten Spielraum nach oben zusätzlich unterstreicht.
Auch die Dynamik bleibt schwach. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich um 39 Punkte, während der MACD im negativen Bereich verharrt. Beide Indikatoren deuten darauf hin, dass der Abwärtsdruck anhält, obwohl sich XRP allmählich einem leicht überverkauften Bereich nähert.

XRP/USDT-Tageschart
Ein erster Widerstand liegt an der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei rund 1,09 US-Dollar. Danach folgen der 50-Tage-EMA bei 1,11 US-Dollar und das obere Bollinger-Band bei 1,14 US-Dollar. Größere Hürden warten am 100-Tage-EMA bei etwa 1,20 US-Dollar sowie am 200-Tage-EMA bei rund 1,39 US-Dollar. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei etwa 1,04 US-Dollar die nächste unmittelbare Unterstützung.
Ein klarer Bruch unter diese Marke könnte den Weg für eine stärkere Korrektur freimachen. Hält die Unterstützung dagegen, wäre ein erneuter Test der Widerstandszone zwischen 1,08 und 1,11 US-Dollar möglich.