Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag eine umfassende Regulierungsagenda für den Kryptomarkt im Jahr 2026 vorgestellt. Die Behörde plant, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte mit neuen Vorschriften für Token-Emissionen, Verwahrung, Handelsplattformen sowie die Tätigkeit von Broker-Dealern zu konkretisieren.
Die Vorschläge sollen die umfassenderen Bemühungen des US-Kongresses ergänzen, einen einheitlichen Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Agenda steht das Regelwerk für Krypto-Vermögenswerte ("Crypto Assets"), das als wirtschaftlich bedeutend eingestuft wurde. Die Veröffentlichung eines offiziellen Regelungsvorschlags (Notice of Proposed Rulemaking, NPRM) ist noch für diesen Monat vorgesehen.
Die Abteilung für Unternehmensfinanzierung der SEC prüft Vorschriften für das Angebot und den Verkauf von Krypto-Vermögenswerten. Dazu gehören mögliche Ausnahmen und sogenannte Safe-Harbor-Regelungen, die die regulatorischen Pflichten von Emittenten präzisieren und den Marktteilnehmern mehr Rechtssicherheit verschaffen sollen.
„Die vorgeschlagenen Regeln könnten dem Markt mehr Rechtssicherheit geben, die Kapitalbeschaffung erleichtern und Innovationen auf den Märkten für Krypto-Vermögenswerte fördern“, heißt es in der Agenda.
Der Vorschlag baut auf einer gemeinsamen Leitlinie der SEC und der US-Derivateaufsicht CFTC vom März auf. Darin wurden digitale Vermögenswerte in die Kategorien digitale Rohstoffe, Sammlerstücke, Nutzungs-Token, Stablecoins und digitale Wertpapiere eingeteilt.
Neben der Ausgabe von Token treibt die SEC weitere Regelungsvorhaben für zentrale Bereiche der Branche voran.
So schlägt die Behörde Änderungen bei den Finanzverantwortungs- und Dokumentationspflichten von Broker-Dealern im Zusammenhang mit Krypto-Vermögenswerten vor. Zudem sollen die Verwahrungsvorschriften überarbeitet werden, die regeln, wie Broker-Dealer und Anlageberater digitale Vermögenswerte ihrer Kunden sichern müssen.
Darüber hinaus plant die SEC Änderungen an der Marktstruktur für Krypto-Vermögenswerte. Dabei sollen die Vorschriften des Exchange Act für den Handel mit digitalen Vermögenswerten auf alternativen Handelssystemen (Alternative Trading Systems, ATS) angepasst werden.
Mit den Vorschlägen soll die seit Jahren bestehende regulatorische Unsicherheit bei der Ausgabe, Verwahrung und dem Handel von Krypto-Vermögenswerten sowie bei der Rolle von Marktintermediären verringert werden. Zugleich sollen klarere Vorgaben für die Einhaltung der Vorschriften durch seriöse Marktteilnehmer geschaffen werden.
Die Vorhaben sind Teil der umfassenderen SEC-Initiative Crypto Task Force und des Programms Project Crypto, mit denen die Behörde das Wertpapierrecht für blockchainbasierte Finanzmärkte modernisieren will. Im Fokus stehen maßgeschneiderte Offenlegungspflichten, praktikable Zulassungsverfahren sowie eine engere Zusammenarbeit mit der CFTC.
Sollten die Regeln verabschiedet werden, könnten sie grundlegend verändern, wie Krypto-Projekte Kapital aufnehmen, wie Handelsplattformen für digitale Vermögenswerte arbeiten und wie traditionelle Finanzinstitute mit blockchainbasierten Vermögenswerten umgehen. Vor einem Inkrafttreten müssen die Vorschläge zunächst veröffentlicht und im Rahmen eines Konsultationsverfahrens beraten werden.