Ripple (XRP) hält an seinem übergeordneten Abwärtstrend fest und notierte zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts am Dienstag bei 1,10 US-Dollar. Der auf grenzüberschreitende Zahlungen spezialisierte Token konnte eine Erholung zu Wochenbeginn am Montag nicht behaupten. Belastet wurde die Entwicklung vor allem durch geopolitische Unsicherheiten infolge widersprüchlicher Signale aus den USA und dem Iran nach der ersten Runde von Friedensgesprächen in der Schweiz.
Während US-Vizepräsident JD Vance am späten Montag erklärte, der Iran habe Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land gelassen, wies Teheran diese Darstellung zurück und erklärte, man sei „keine neuen Verpflichtungen“ eingegangen.
Der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, die USA hätten der Freigabe von eingefrorenen iranischen Geldern im Umfang von 12 Milliarden US-Dollar zugestimmt.
US-Präsident Donald Trump sagte dagegen vor Journalisten: „Wenn sich der Iran nicht an die Vereinbarung hält oder sich nicht angemessen verhält, werde ich tun, was ich tun muss.“
Der Kryptomarkt bleibt unter Druck. Die Stimmung verschlechterte sich auf breiter Front, was sich auch im Fear & Greed Index widerspiegelt. Der Indikator fiel am Montag mit einem Wert von 23 in den Bereich „Extreme Angst“ und lag damit nur leicht über dem Vortageswert von 20.

Crypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
Institutionelle Anleger wenden sich trotz der angespannten Lage am breiteren Kryptomarkt verstärkt XRP zu. Dies zeigt sich an den Zuflüssen in Spot-ETFs, die am Montag auf rund 5 Millionen US-Dollar stiegen, nachdem sie am Freitag noch bei knapp 3 Millionen US-Dollar gelegen hatten.
Die kumulierten Mittelzuflüsse liegen laut SoSoValue stabil bei 1,45 Milliarden US-Dollar. Das verwaltete Vermögen beläuft sich im Durchschnitt auf 993 Millionen US-Dollar. Für eine nachhaltige Erholung wären anhaltende und steigende Zuflüsse in XRP-ETFs erforderlich. Die allgemeine Stimmung am Kryptomarkt bleibt jedoch schwach, sodass Kursanstiege weiterhin für Gewinnmitnahmen genutzt werden könnten und das Aufwärtspotenzial begrenzt bleibt.

XRP-ETF-Zuflüsse | Quelle: SoSoValue
Die Beteiligung privater Anleger am Derivatemarkt nahm leicht zu. Das offene Interesse an XRP-Futures stieg am Montag auf 2,69 Milliarden US-Dollar, nachdem es am Vortag noch bei 2,55 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Die Rückkehr privater Anleger deutet auf eine höhere Risikobereitschaft hin. Dennoch reicht die Nachfrage bislang nicht aus, da das Angebot am Kassamarkt weiterhin die Nachfrage übersteigt.
XRP wird oberhalb von 1,10 US-Dollar gehandelt, behält jedoch einen kurzfristig negativen Ausblick bei. Der Kurs notiert weiterhin deutlich unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, die bei 1,25, 1,35 beziehungsweise 1,56 US-Dollar verlaufen.
Zudem handelt das Währungspaar im Tageschart unterhalb des mittleren Bollinger-Bandes bei 1,15 US-Dollar. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37 und signalisiert eine schwache negative Dynamik. Das leicht positive Histogramm des MACD-Indikators nahe der Nulllinie deutet lediglich auf eine vorsichtige Stabilisierung hin und nicht auf eine nachhaltige Erholung.
Ein erster Widerstand liegt an der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei rund 1,15 US-Dollar, gefolgt vom oberen Band bei 1,22 US-Dollar. Darüber bilden der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,25 US-Dollar sowie eine fallende Widerstandslinie im Bereich von 1,28 US-Dollar eine stärkere Angebotszone. Es folgen der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,35 US-Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,56 US-Dollar. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei 1,07 US-Dollar zunächst Unterstützung. Ein klarer Bruch dieser Marke könnte zusätzlichen Abwärtsdruck auslösen und den Kurs in Richtung der jüngsten Unterstützung bei 1,05 US-Dollar sowie der psychologisch wichtigen Marke von 1,00 US-Dollar führen.