WTI fällt auf nahe 69,00 USD angesichts steigender Angebotswahrscheinlichkeit aus dem Nahen Osten

Quelle Fxstreet
  • WTI steht unter Abwärtsdruck, da die Erwartungen an einen Anstieg des Ölangebots aus dem Nahen Osten wachsen.
  • US-Energieminister Chris Wright bemerkte eine Rückkehr zu normalen Betriebsabläufen, mit 20 Millionen Barrel Öl, die die Meerenge verlassen haben.
  • Ein irakischer Beamter erklärte, dass der Irak alle Optionen in Betracht ziehen müsse, falls seine OPEC-Produktionsquote nicht signifikant erhöht wird.

Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl verliert zum vierten Mal in Folge an Boden und notiert während der europäischen Handelszeiten am Donnerstag bei rund 69,20 USD pro Barrel. Die Rohölpreise sehen sich starken Gegenwinden ausgesetzt, da die Markterwartungen auf einen erheblichen Anstieg des Angebots aus dem Nahen Osten hindeuten.

Auf dem Reuters Global Energy Forum in New York hob US-Energieminister Chris Wright diese Veränderung hervor, indem er feststellte, dass innerhalb eines einzigen 24-Stunden-Zeitraums etwa 20 Millionen Barrel Öl die Meerenge kürzlich passiert haben, und charakterisierte die starken Lieferungen als Rückkehr zu normalen Betriebsabläufen. Die Schifffahrtsdaten verfolgen diese Erholung genau und zeigen, dass eine Zwischenvereinbarung am Mittwoch den Weg für drei zuvor festgehaltene Tanker mit 5 Millionen Barrel Rohöl freigemacht hat, die den Golf endlich verlassen konnten. Das Marktangebot wird voraussichtlich noch weiter steigen, da eine vorübergehende US-Ausnahmegenehmigung es Käufern erlaubt, bereits beladenes iranisches Öl zu erwerben.

Zu diesen Angebotsdruckfaktoren kommen wachsende geopolitische Spannungen und strukturelle Reibungen innerhalb der OPEC selbst hinzu. Ein hochrangiger Beamter des irakischen Energieministeriums erklärte, dass der Irak alle Optionen prüfen müsse, falls seine Produktionsquote nicht signifikant erhöht wird. Die drohende Aussicht, dass der Irak einen Austritt aus dem Kartell in Erwägung zieht, bringt weitere Stabilitätsbedenken mit sich, insbesondere nach dem überraschenden und viel beachteten Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus der OPEC Anfang dieses Jahres.

Diese Kombination aus steigender Produktion im Nahen Osten und dem Verkaufsanstieg Irans durch die vorübergehende Lockerung der US-Sanktionen hat die Preise für physische Rohölladungen weltweit bereits gedrückt. Die langfristigen Aussichten bleiben unter Analysten jedoch umstritten. Goldman Sachs stellte kürzlich fest, dass es keinen massiven, anhaltenden Anstieg der iranischen Produktion erwartet, selbst wenn die US-Sanktionslockerung über das geplante Ablaufdatum am 21. August hinaus verlängert wird, so Reuters.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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