West Texas Intermediate (WTI), die US-amerikanische Rohöl-Benchmark, wird am Freitag in den frühen europäischen Handelsstunden um 98,50 USD gehandelt. WTI stürzt ab, da Händler angesichts technischer überverkaufter Bedingungen einige Gewinne mitnehmen und die US-Rohöllagerbestände weniger stark als erwartet sinken.
Der WTI-Preis ist in dieser Woche um über 10,25% gestiegen, dem höchsten Stand seit Mai. Allerdings steht das schwarze Gold im Tagesverlauf unter etwas Verkaufsdruck, da die Märkte vor den wichtigen US-Inflationsdaten vorsichtig werden. Zudem signalisierten technische Indikatoren überkaufte Bedingungen, was darauf hindeutet, dass ein vorübergehender Ausverkauf kurzfristig nicht ausgeschlossen werden kann.
Die US-Rohöllagerbestände verzeichnen einen moderaten wöchentlichen Rückgang. Nach Angaben der Energy Information Administration (EIA) gingen die Rohöllagerbestände in den USA in der Woche bis zum 4. September um 391.000 Barrel zurück, verglichen mit einem Rückgang von 4,45 Millionen Barrel in der Vorwoche. Der Marktkonsens hatte einen Rückgang um 1,6 Millionen Barrel erwartet.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, dass er kein Abkommen mit dem Iran anstrebe. Trump fügte hinzu, dass er nicht erwarte, dass die Ölpreise bis "direkt nach" den Zwischenwahlen im November fallen würden, obwohl er seit Monaten gesagt habe, der Krieg werde schnell vorbei sein.
Zunehmende Angriffe entlang wichtiger Schifffahrtsrouten im Nahen Osten schüren die Sorge vor einer längeren Unterbrechung der Versorgung. Dies wiederum könnte den WTI-Preis beflügeln. Reuters berichtete, dass die Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC) erklärten, ihre Marine habe im Golf von Hormus ein unbemanntes US-Schiff vom Typ "Saildrone" getroffen und damit "seine aggressive Mission vereitelt".
Darüber hinaus haben die Huthi im Jemen die wichtige Rotmeer-Stadt Mocha eingenommen und damit ihre Kontrolle über die strategische Meerenge Bab al-Mandeb ausgeweitet, eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Laut Rohstoffstrategen bei TD Securities setzt die Rohöl-Rallye angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen fort, wobei „crude rallies with seemingly no end to conflict in sight.“ Sie argumentieren, dass „another round of escalation and an apparent preference for limited attacks and economic squeeze as opposed to deal-making leaves the energy market on a continued tightening trajectory,“ was die Ansicht untermauert, dass die anhaltende Konfliktdynamik das Angebot einschränkt und das Risikogleichgewicht weiter zugunsten höherer Preise verschiebt.
Im Tages-Chart weist WTI US Oil eine feste bullische Tendenz auf und notiert deutlich über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) sowie der 20-Tage-Mittellinie der Bollinger Bänder, was zusammen auf einen solide gestützten Aufwärtstrend hindeutet. Der Preis testet das obere Bollinger Band, während der Relative Strength Index (14) bei 70,53 überkaufte Bedingungen signalisiert und darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum stark ist, aber zunehmend ausgedehnt wirkt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand an der oberen Begrenzung des Bollinger Bands um 98,30 USD, wobei ein nachhaltiger täglicher Schlusskurs darüber den Weg für weitere Gewinne öffnen würde. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung am 20-Tage-Mittlerband der Bollinger Bänder nahe 87,80 USD, vor dem 100-Tage-SMA bei 85,35 USD, während die untere Begrenzung des Bollinger Bands um 77,30 USD als tiefere Unterstützung dienen würde, falls sich eine schärfere Korrektur entfaltet.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.