Der Silberpreis (XAG/USD) hat im europäischen Handel am Donnerstag Mühe, die starke Erholungsbewegung vom Mittwoch über 66,25 USD hinaus auszudehnen. Das Edelmetall könnte sich seitwärts bewegen, da Anleger auf die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls - NFP) für August warten.
Laut TD Securities dürften die Nonfarm Payrolls im August sich „auf 95.000 erholen, nachdem im Juli ein Rückgang um 23.000 verzeichnet wurde“, wobei das Unternehmen warnt, dass „die Risiken für unsere Payrolls-Prognosen hawkish erscheinen, und wir einen überdurchschnittlich positiven Überraschungseffekt nicht ausschließen würden“. Die Arbeitslosenquote dürfte „seitwärts bei 4,1% verlaufen sein, bei ausgewogenen Risiken“, was nur auf eine begrenzte Veränderung der allgemeinen Lage am Arbeitsmarkt hindeutet.
Anleger werden dem US-NFP-Bericht große Aufmerksamkeit schenken, da erwartet wird, dass er die Markterwartungen für den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) beeinflusst.
Analysten von TD sagen, dass „ein leicht hawkisher Arbeitsmarktbericht die Aufmerksamkeit der Fed auf die Inflation bestätigen wird, aber allein wahrscheinlich nicht ausreichen wird, um das Komitee zu Zinserhöhungen zu bewegen“, da sie „weiterhin erwarten, dass die Inflationsdaten moderat ausfallen können, sodass die Fed die Zinsen vorerst unverändert lassen kann“.
Laut dem CME FedWatch Tool sehen Händler eine Zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen in der geldpolitischen Sitzung im September anheben wird.
Andernorts könnten höhere Ölpreise infolge eingeschränkter Energielieferungen durch die Straße von Hormus, einen wichtigen Durchgang für fast ein Fünftel des weltweiten Energieangebots, die Erholungsbewegung beim Silberpreis zum Erliegen bringen.
Höhere Ölpreise schüren die globalen Inflationserwartungen, ein Szenario, das die Angst vor Zinserhöhungen durch die Zentralbanken verstärkt. Ein solcher Fall ist für zinslose Anlagen wie Silber ungünstig.

Im Tages-Chart notiert XAG/USD bei 66,00 USD. Das Paar hält sich über dem 20-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bei 65,51 USD, wodurch der kurzfristige Bias konstruktiv bleibt, da sich der Kurs von der Zone um die Mitte der 50er-Marke erholt.
Der Relative Strength Index (14) bei 53,04 liegt im neutralen Bereich, tendiert jedoch nach oben, was darauf hindeutet, dass die Käufer weiterhin die Oberhand haben, ohne dass der Markt überdehnt ist.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 20-Tage-EMA bei 65,51 USD, wo ein tieferer Pullback voraussichtlich frische Nachfrage anziehen würde. Nach oben dürfte das August-Hoch nahe 71 USD eine wichtige Hürde bleiben.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.