TradingKey – Im asiatischen Handel am 13. August gab der Goldpreis (XAUUSD) im Tagesverlauf nach, nachdem der gestrige CPI die Preise auf knapp 4.450 US-Dollar getrieben hatte, wobei der jüngste Kurs bei rund 4.380 US-Dollar lag. Dies deutet darauf hin, dass der Markt vor der Veröffentlichung der PPI-Daten weiterhin vorsichtig bleibt und Gewinnmitnahmen zu einem Rücksetzer beim Goldpreis führten.
Den Daten zufolge stiegen die US-Verbraucherpreise im Juli im Vormonatsvergleich um 0,1 %, was den Erwartungen des Marktes entsprach, und legten im Jahresvergleich um 3,4 % zu, womit sich der Anstieg gegenüber 3,5 % im Juni weiter verlangsamte. Die Kernrate der Verbraucherpreise ohne Lebensmittel und Energie sank im Monatsvergleich um 0,2 % und stieg im Jahresvergleich um 2,5 %, was sich gegenüber den vorherigen Werten ebenfalls abkühlte. Die Benzinpreise gingen im Monatsvergleich zurück.
Der US-Verbraucherpreisindex stieg im Juli im Vormonatsvergleich um 0,1 %, was den Markterwartungen entsprach und eine deutliche Erholung gegenüber einem Rückgang von 0,4 % im Juni darstellte; im Jahresvergleich legte er um 3,4 % zu und verlangsamte sich damit weiter gegenüber 3,5 % im Juni. Die Kernrate der Verbraucherpreise ohne Lebensmittel und Energie stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 % und im Jahresvergleich um 2,5 %, was sich gegenüber früheren Niveaus ebenfalls abkühlte. Die Benzinpreise fielen im Monatsvergleich um 2,9 %, während auch die Preise für Hotels, rezeptpflichtige Medikamente und Lebensmittel nachgaben, was den Druck durch Anstiege in Kategorien wie Wohnkosten ausglich.
Obwohl die Gesamtinflation mit 3,4 % weiterhin deutlich über dem 2-%-Ziel der Federal Reserve liegt, zeigten die Daten keine vom Markt zuvor befürchtete erneute Beschleunigung der Teuerung. In Kombination mit dem unerwarteten Rückgang der US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft für Juli sieht sich die Fed derzeit mit einer Abkühlung des Arbeitsmarktes und einer sich langsam abschwächenden Inflation konfrontiert, was die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen verringert.
Allerdings hat der Verbraucherpreisindex die Zinsrisiken für Gold nicht vollständig ausgeräumt. Die Kerninflation liegt weiterhin über dem Ziel der Federal Reserve, und die jüngsten Spannungen im Nahen Osten hielten die Energiepreise auf erhöhtem Niveau. Daher sorgt sich die Fed weiterhin, dass steigende Ölpreise letztlich wieder auf die Verbraucherpreise durchschlagen könnten.
Als Nächstes richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf den Erzeugerpreisindex (PPI) für Juli, dessen Veröffentlichung für den 13. August um 8:30 Uhr Eastern Time ansteht. Den Daten des U.S. Bureau of Labor Statistics zufolge sank der Erzeugerpreisindex im Juni im Monatsvergleich um 0,3 % – der stärkste Rückgang seit über einem Jahr – und stieg im Jahresvergleich um 5,5 %, wobei die Warenpreise um 1,4 % fielen, während die Dienstleistungspreise um 0,2 % zulegten. Der Markt erwartet derzeit, dass der Erzeugerpreisindex im Juli im Vormonatsvergleich um 0,2 % ansteigt.
Sollte der Erzeugerpreisindex heute Abend erneut unter den Erwartungen liegen – insbesondere wenn auch der Kern-Erzeugerpreisindex eine weitere Verringerung des Kostendrucks für Unternehmen zeigt –, wird dies das vom Verbraucherpreisindex ausgehende Signal einer Abkühlung der Inflation verstärken. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September könnte weiter sinken, was die Renditen von US-Staatsanleihen sowie den US-Dollar unter Druck setzen dürfte, während Gold wieder an Aufwärtsdynamik gewinnen und die Marke von 4.500 US-Dollar testen könnte.
Fällt der Erzeugerpreisindex hingegen deutlich höher als erwartet aus und signalisiert einen erneuten Anstieg des Kostendrucks für Unternehmen – insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt anhaltend hohen Energiepreise –, könnte der Markt ein künftiges Wiederanziehen des Verbraucherpreisindexes befürchten. Dies könnte die Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung der Fed anheizen, eine Erholung der Anleiherenditen und des US-Dollars auslösen und Gold potenziell wieder in Richtung 4.300 US-Dollar drücken.

Goldpreis-Tageschart, Quelle: TradingView
Ein Blick auf den Tageschart des Goldpreises zeigt, dass sich das Edelmetall zuletzt von knapp 4.000 US-Dollar weiter erholt hat und nacheinander die Marken von 4.200, 4.300 und 4.400 US-Dollar nach oben durchbrechen konnte, wobei sich der kurzfristige Preisschwerpunkt stetig nach oben verlagerte. Der Goldpreis stieg heute erneut und verzeichnete im Tagesverlauf ein Hoch nahe 4.450 US-Dollar, bevor er sich wieder etwas zurückzog, was auf einen gewissen Widerstand im Bereich von 4.450 US-Dollar hindeutet.
Derzeit ist die Marke von 4.400 US-Dollar zu einem zentralen kurzfristigen Schauplatz im Kampf zwischen Bullen und Bären geworden. Sollte der heutige Erzeugerpreisindex (PPI) niedriger als erwartet ausfallen und den Goldpreis nachhaltig über 4.400 US-Dollar halten, könnte Gold weiterhin den Widerstand bei 4.450 US-Dollar testen. Gelingt der Ausbruch und die Behauptung über 4.450 US-Dollar, könnte der Kurs nach oben hin weiter die Marke von 4.500 US-Dollar anvisieren, wobei darüber hinaus das Niveau von 4.600 US-Dollar im Fokus steht.
Nach unten hin ist die wichtigste zu beobachtende Unterstützung für Gold die Marke von 4.360 US-Dollar. Sollte diese Hürde nicht halten, könnte der Goldpreis weiter die 4.300-US-Dollar-Marke testen, während weiter darunter das Unterstützungsniveau von 4.220 US-Dollar zu beachten ist.