USD/JPY gibt leicht nach, nachdem es am Vortag geringe Verluste verzeichnet hatte, und handelt während der europäischen Handelsstunden am Donnerstag um 159,40. Das Währungspaar pendelt nahe der entscheidenden Marke von 160,00 und hält Händler damit in Alarmbereitschaft für mögliche Interventionen der japanischen Behörden. Trotz der Vorsicht vor Interventionen bleibt der japanische Yen (JPY) aufgrund großer Zinsdifferenzen, fiskalischer Sorgen und steigender Importkosten unter fundamentalen Druck.
Analysten der Commerzbank heben hervor, dass die jüngste Bewegung bei USD/JPY einen Großteil der Stärke der japanischen Währung nach der Intervention effektiv wieder zunichte gemacht hat, und weisen darauf hin, dass "der Yen nun einen erheblichen Teil der Gewinne nach der koordinierten US-Japan-Intervention Anfang dieses Monats wieder abgegeben hat." Diese Kehrtwende veranlasst die Märkte dazu, die Nachhaltigkeit der früheren Unterstützung für den Yen neu zu bewerten, während sich Anleger auf den sich entwickelnden Zinsausblick der Bank of Japan und das Potenzial für erneute geldpolitische Maßnahmen konzentrieren.
Unterdessen erhält der US-Dollar (USD) Unterstützung durch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Eine festgefahrene Diplomatie und aggressive Schritte der USA, wie Drohungen mit umfassenderen Sanktionen und einer möglichen Seeblockade iranischer Ölexporte, haben die geopolitischen Risiken erhöht, untermauert durch die Behauptung von Präsident Donald Trump, die "totale Kontrolle" über die strategische Wasserstraße zu haben.
Der Aufwärtsspielraum des Greenback könnte jedoch durch sich verschiebende Erwartungen an die Zinspolitik der Federal Reserve (Fed) nach schwächeren Inflationsdaten begrenzt werden. Der Gesamt-VPI für Juli fiel im Jahresvergleich leicht auf 3,4%, während sich der Kern-VPI auf 2,5% abkühlte und damit den Markterwartungen entsprach. Diese nachlassende Inflation hat die Markterwartungen für eine stärker lockere Haltung der Fed untermauert, wobei das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf etwa 36% von 48% am Vortag gefallen ist.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.