Der Goldpreis steigt während der nordamerikanischen Sitzung, nachdem die Federal Reserve beschlossen hat, die Zinsen unverändert zu lassen, bei einer Abstimmung von 9 zu 3, da drei Mitglieder des FOMC dafür stimmten, den Fed-Funds-Satz um 25 Basispunkte anzuheben. XAU/USD notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung volatil innerhalb der Spanne von 4.041 bis 4.100 Dollar.
Die Fed stellte fest, dass sich die Wirtschaftsaktivität trotz der erhöhten Unsicherheit infolge des Konflikts im Nahen Osten in solidem Tempo ausweitet. In der Erklärung hieß es, dass "das Produktivitätswachstum und die Kapitalinvestitionen stark sind. Die Beschäftigungszuwächse haben mit der Erwerbsbevölkerung Schritt gehalten, und die Arbeitslosenquote hat sich kaum verändert."
Darüber hinaus fügte die geldpolitische Erklärung hinzu, dass die Fed Preisstabilität gewährleisten werde.
Gegen den geldpolitischen Beschluss stimmten Beth Hammack von der Cleveland Fed, Neel Kashkari von der Minneapolis Fed und Lorie Logan von der Dallas Fed, die eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bevorzugten.
Als Nächstes warten Anleger auf die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.