West Texas Intermediate (WTI)-Öl springt am Mittwoch um fast 7% nach oben, da der Krieg im Nahen Osten die geopolitischen Risiken fest im Markt eingepreist hält. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI um 84 USD pro Barrel gehandelt und beendet damit eine dreitägige Verlustserie.
Die starke Erholung folgt darauf, dass das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien abgefeuert hat und damit eine kurze Pause in den Kämpfen beendet wurde.
Unterdessen zeigten Daten der US Energy Information Administration (EIA), dass die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 7,167 Millionen Barrel gefallen sind, deutlich mehr als der erwartete Rückgang um 2,5 Millionen Barrel. Dies folgte auf einen Aufbau um 2,011 Millionen Barrel in der Vorwoche.
US-Präsident Donald Trump drohte später mit Vergeltungsschlägen gegen den Iran. Washington kündigte außerdem neue Sanktionen gegen acht Tanker und zehn mit iranischen Öllieferungen verbundene Unternehmen an.
Unterdessen lehnte der Iran Omans Vorschlag ab, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gemeinsam zu verwalten, während das IRGC behauptete, es habe drei Öltanker in der Wasserstraße getroffen und gestoppt, nachdem diese Warnungen ignoriert hätten.
Die jüngsten Entwicklungen dämpften die Hoffnung, dass sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus schon bald normalisieren würde. Die Lieferrisiken breiten sich auch auf das Rote Meer aus. Reuters berichtete, dass die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen erwägen, Handelsschiffen, die die Bab-al-Mandab-Straße nutzen, Gebühren zu berechnen.
Da zwei wichtige Energie-Routen von Störungen betroffen sind und neue militärische Aktionen die Angst vor einem umfassenderen Konflikt schüren, dürften die Ölpreise volatil bleiben, wobei weiteres Aufwärtspotenzial wahrscheinlich ist.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.