Gold (XAU/USD) notiert am Dienstag schwächer und steht unter Druck durch einen festeren US-Dollar (USD), obwohl die Ölpreise ihre Korrektur in der Hoffnung auf ein Ende des US-Iran-Kriegs ausweiten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.027 USD und damit 1,20% tiefer als am Vortag, nachdem es am Montag nicht gelungen war, die Gewinne über 4.100 USD zu halten.
US-Präsident Donald Trump sagte am Montag: "Wir sprechen gerade mit dem Iran. Wir führen gute Gespräche," und fügte hinzu, dass es eine "gute Chance gibt, dass etwas passieren wird." Dennoch warnte Trump, dass die militärischen Maßnahmen wieder aufgenommen werden könnten, falls die Verhandlungen scheitern.
Der Iran bestand jedoch darauf, dass keine direkten Gespräche mit den Vereinigten Staaten geführt würden. Separat legte Oman dem Iran einen Vorschlag für die gemeinsame Verwaltung der Straße von Hormus durch "freiwillige Gebühren" vor, wonach der Iran keine alleinige Kontrolle über diese wichtige Schifffahrtsroute hätte.
Die Ölpreise haben sämtliche in der vergangenen Woche verzeichneten Gewinne wieder abgegeben, wobei West Texas Intermediate (WTI) bei rund 80,30 USD gehandelt wird und damit den dritten Tag in Folge nachgibt. Trotz des deutlichen Pullbacks bleiben die Ölpreise erhöht und schüren weiterhin Inflationssorgen.
Während der US-Iran-Krieg im Mittelpunkt bleibt, richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch, die ein ungewöhnlich hohes Risiko einer überraschenden Zinserhöhung birgt.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed den Leitzins bei 3,50%-3,75% unverändert lässt. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler jedoch eine Wahrscheinlichkeit von rund 35% für eine Erhöhung um 25 Basispunkte (bps) ein.
Die hawkischen Wetten haben sich verstärkt, seit Fed-Chef Kevin Warsh im Juni seine erste geldpolitische Sitzung leitete. Warsh hat wiederholt betont, dass die Preisstabilität wiederhergestellt werden müsse, da die Inflation über dem 2%-Ziel liegt.
Für Gold könnte die bevorstehende Fed-Entscheidung entscheidend dafür sein, ob die Unterstützung bei 4.000 USD hält oder einem tieferen Korrekturrückgang weicht.
Eine überraschende Zinserhöhung würde Gold dem Risiko aussetzen, unter 4.000 USD zu fallen. Höhere Kreditkosten belasten in der Regel zinslose Anlagen, während sie den US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen stützen.
Das Basisszenario ist ein hawkischer Halt, bei dem die Fed die Zinsen unverändert lässt, zugleich aber die Tür für eine Erhöhung später in diesem Jahr offenhält, da die durch Energie getriebenen Inflationsrisiken ohne eine dauerhafte Lösung des US-Iran-Kriegs bestehen bleiben. Ein solches Ergebnis könnte Gold ebenfalls anfällig für einen Bruch unter 4.000 USD machen.
Wenn die Fed unterdessen eine weniger hawkische Haltung einnimmt und den Energieschock als vorübergehend betrachtet, könnten Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen zurückschrauben. Das könnte den US-Dollar schwächen und Gold helfen, sich über der Unterstützung bei 4.000 USD zu halten.

Im Tageschart behält XAU/USD eine leicht rückläufige kurzfristige Tendenz bei, da es unter dem 20-Tage Simple Moving Average (SMA) bei rund 4.072 USD handelt, der zugleich das mittlere Bollinger-Band darstellt.
Die Bandstruktur zeigt, dass der Spotpreis in der unteren Hälfte des Bandes gehandelt wird, während der Relative Strength Index (RSI) bei 43,42 unter dem neutralen Niveau von 50 bleibt, was darauf hindeutet, dass Erholungsversuche innerhalb eines weiterhin belasteten Trendumfelds, das durch einen Average Directional Index (ADX) nahe 32 signalisiert wird, dem die Trendstärke zwar weiterhin anhält, aber nachlässt, an starkem Momentum fehlen.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand am mittleren Bollinger-Band und dem 20-Tage-SMA nahe 4.072 USD, gefolgt vom oberen Band um 4.179 USD, wo Verkäufer bei einem Test wieder die Kontrolle übernehmen könnten.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung bei der psychologischen Marke von 4.000 USD, vor dem unteren Bollinger-Band nahe 3.964 USD. Ein Tagesschluss darunter würde tiefere Verluste offenlegen und die vorherrschende bearishe Tendenz verstärken.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.