Der Goldpreis (XAU/USD) verliert am Donnerstag fast 2%, da der US-Dollar ein Comeback feiert, während die Spekulationen zunehmen, dass das Weiße Haus seine Kampagne gegen den Iran fortsetzen könnte, was den Golfkrieg offenbar verlängern dürfte. Der XAU/USD notiert unter 4.050 USD, nachdem er von einem Zwei-Tages-Hoch oberhalb von 4.100 USD gefallen ist
Die Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch, nachdem N12 berichtet hatte, dass US-Präsident Donald Trump „einen massiven Angriff in Erwägung zieht, größer als alles bisher Dagewesene, ich bin kurz davor, eine Entscheidung zu treffen.“ Kürzlich berichtete Kann News, dass Israel auf Trumps Entscheidung hinsichtlich einer deutlichen Ausweitung der Militäroperationen im Iran und der Möglichkeit einer israelischen Beteiligung daran wartet.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung der amerikanischen Währung gegenüber den anderen sechs Währungen abbildet, legt um 0,29% auf 101,43 zu, was ein Gegenwind für das gelbe Metall ist und es für ausländische Käufer günstiger macht.
Ein spärlicher US-Wirtschaftskalender in dieser Woche ließ Händler bis zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 19. Juli am Donnerstag im Unklaren, die besser als erwartet ausfielen und von 209.000 auf 187.000 zurückgingen, unter den Prognosen von 212.000. Der 4-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank von 214,75.000 auf 207,5.000. Der Bericht rechtfertigt angesichts der Stärke des Arbeitsmarktes den Fokus der Federal Reserve auf die Bekämpfung der Inflation.
Hohe Ölpreise sind ebenfalls ein Gegenwind für das gelbe Metall, da es positiv mit dem US-Dollar korreliert. West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, steigt um fast 14% auf 93,14 USD je Barrel.
Ein solider Arbeitsmarktbericht und höhere Energiepreise veranlassten Anleger, ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 zu erhöhen. Die Swap-Märkte signalisieren nun eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve bei der Sitzung am 29. Juli, wobei die Wahrscheinlichkeit von fast 33% vor einem Tag auf knapp 40% gestiegen ist.
Für die September-Sitzung liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung laut Prime Terminal-Daten inzwischen bei 76%,

Auf dem US-Wirtschaftskalender stehen in der kommenden Zeit die S&P Global Flash PMIs für Juli und die Daten zu den Verkäufen neuer Häuser für Juni an. In der nächsten Woche richtet sich der Fokus auf die geldpolitische Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC)
Gold zieht sich von den Wochenhochs bei 4.165 USD zurück, wobei das zinslose Metall seine Verluste über 4.050 USD hinaus ausweitet. Dies deutet darauf hin, dass eine mögliche Trendwende nur von kurzer Dauer war und die Tür für weitere Abwärtsbewegungen öffnet.
Die Abwärtsstruktur des Marktes bleibt intakt, solange die Goldpreise unter 4.200 USD bleiben. Daher ist der Weg des geringsten Widerstands nach unten gerichtet.
Die erste Unterstützung für Gold dürfte bei 4.000 USD liegen. Darunter läge die nächste Unterstützung beim Jahrestief (YTD) von 3.941 USD, gefolgt vom Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD, vor dem am 22. April 2025 erreichten Swing-Hoch, das nun als Unterstützung bei 3.500 USD dient.
Auf der anderen Seite müssen Käufer, wenn sie auf höhere Preise hoffen wollen, die Marke von 4.100 USD überwinden. Darüber liegt das Wochenhoch von 4.165 USD, vor 4.200 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.