Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis eröffnete mit einer bullishen Kurslücke und notierte während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei rund 83,50 USD pro Barrel. Die Rohölpreise haben deutlich zugelegt, da die eskalierenden Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran Befürchtungen weiterer Störungen der wichtigen Ölströme aus dem Nahen Osten schüren.
Die Ölpreise sind im Juli um fast 20 % gestiegen, da das vorläufige Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zerbrach, die USA ihre Blockade iranischer Häfen wieder aufnahmen und Teheran seine Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus intensivierte.
Die USA haben ihre neunte aufeinanderfolgende Nacht von Angriffen auf iranische Ziele gestartet. Als Reaktion erklärten iranische Beamte, dass der Waffenstillstand zwischen den beiden Nationen faktisch aufgegeben wurde, was den Weg für eine Vertiefung der Störungen wichtiger Energiewege durch die engen Wasserstraßen der Region öffnet.
Der Konflikt hat sich in der Region schnell verschärft und löste Luftalarm in Bahrain aus, nachdem der Iran eine neue Welle ballistischer Raketen und Einweg-Angriffs-Drohnen auf Ziele in Bahrain, Jordanien, Kuwait und Irak gestartet hatte. Unterdessen meldete das US-Militär den Tod eines dritten Soldaten innerhalb von zwei Tagen im Zuge der anhaltenden Gefechte. Anzeichen für einen langwierigen Konflikt im Nahen Osten beeinflussen die Finanzmärkte, und das erhöhte geopolitische Risiko könnte kurzfristig Verkaufsdruck auf das gelbe Metall ausüben.
Die Gewalt hat sich auch über rein militärische Ziele hinaus ausgeweitet und kritische Infrastruktur getroffen, darunter Brücken, Versorgungsanlagen und Hafenanlagen. Am Wochenende bestätigte Kuwait Petroleum Corp., dass ein iranischer Angriff am Samstag eine seiner Ölanlagen getroffen hat.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.