Gold (XAU/USD) bewegt sich am Montag in einer volatilen Spanne, da die Märkte auf widersprüchliche Schlagzeilen aus dem Nahen Osten reagieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.010 USD, kaum verändert zum Tagesverlauf nach einem Anstieg auf ein Intraday-Hoch von 4.040 USD.
Das Metall stieg im Tagesverlauf, nachdem sowohl der Iran als auch die Vereinigten Staaten (US) signalisierten, dass Diplomatie trotz der anhaltenden militärischen Angriffe weiterhin möglich sei. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, Vermittler hätten in den letzten Tagen Nachrichten mit Teheran ausgetauscht und Verhandlungen mit den USA könnten im Einklang mit den nationalen Interessen Irans verfolgt werden.
„Ich denke, wir sind immer offen für Diplomatie. Sie muss real sein. Es muss ein Abkommen sein, an das sie sich halten wollen“, sagte US-Außenminister Marco Rubio.
Die Äußerungen drückten den US-Dollar (USD) und die Ölpreise nach unten, was Gold half, Boden gutzumachen. Die Märkte bewerteten jedoch schnell eine neue geopolitische Risikoprämie, nachdem Reuters berichtete, dass die Iran-nahen Huthi-Rebellen im Jemen eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien erklärt hatten.
In der Folge erholte sich der US-Dollar vollständig von seinen früheren Verlusten, während die Ölpreise von Intraday-Tiefs zurückkamen und nahe einem Einmonatshoch notierten, was die Aufwärtsbewegung von Gold begrenzte.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert nach der Erholung von einem Intraday-Tief bei 100,65 nahe 100,90.
Unterdessen bleiben hawkishe Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) ein bedeutender Gegenwind für das nicht-verzinsliche Metall, da höhere Ölpreise die Inflationsrisiken erhöht halten. In den letzten Tagen haben mehrere Fed-Vertreter ihr Engagement betont, die Inflation wieder auf das 2%-Ziel zu bringen. Die Märkte erwarten daher mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr.
Der US-Wirtschaftskalender ist diese Woche relativ ruhig, mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung am Donnerstag und den vorläufigen Einkaufsmanagerindex-Daten (PMI) für Juli am Freitag. Fed-Vertreter befinden sich in ihrer Blackout-Phase vor der geldpolitischen Sitzung nächste Woche, sodass geopolitische Schlagzeilen kurzfristig der Haupttreiber für Gold bleiben.
Im Tageschart bleibt XAU/USD in einer bärischen Haltung und handelt deutlich unter dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.495,69 USD sowie dem 100-Tage SMA bei 4.523 USD.
Das Paar ist unter den zuvor hervorgehobenen Widerstandsbereich bei 4.200 USD zurückgefallen, während der Relative Strength Index (RSI) um 40 ein schwaches, aber nicht extremes Abwärtsmomentum signalisiert, was die Vorstellung eines Marktes verstärkt, der durch das Angebot über dem Kurs gedeckelt wird, anstatt überverkauft zu sein.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand nun bei 4.200 USD gesehen, wobei der 200-Tage SMA bei 4.495 USD gefolgt vom 100-Tage SMA bei 4.523 USD eine breitere mittelfristige Decke bildet.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung nahe 4.000 USD, vor einer tieferen strukturellen Unterstützung bei 3.800 USD. Ein entscheidender Durchbruch unter diese Niveaus würde den Weg für eine tiefere Korrekturbewegung im Metall öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.