Gold (XAU/USD) zieht während der asiatischen Sitzung am Donnerstag frische Verkäufer an und fällt in der letzten Stunde wieder näher an das Zwischentief des Vortages heran, im Bereich von etwa 4.025 USD. Trotz schwacher US-Verbraucherpreisindex- (CPI) und Erzeugerpreisindex- (PPI) Berichte halten erhöhte Rohölpreise die Möglichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) später in diesem Jahr fest auf dem Tisch. Dies bietet dem US-Dollar (USD) Unterstützung und lenkt Kapitalströme von dem zinslosen Edelmetall ab.
Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) berichtete am Mittwoch, dass der PPI im Juni unerwartet um 0,3 % gefallen ist, nachdem der Anstieg im Vormonat auf 0,6 % nach unten revidiert wurde. Zudem verlangsamte sich die Jahresrate von 6 % im Mai auf 5,5 % im letzten Monat. Dies kommt zusätzlich zum stärksten monatlichen Rückgang des US-CPI seit April 2020 und deutet auf nachlassenden Preisdruck hin. Die Händler reagierten, indem sie ihre Erwartungen an eine unmittelbare Zinserhöhung der Fed reduzierten, was den USD auf den niedrigsten Stand seit dem 18. Juni drückte und am Mittwoch dem Goldpreis etwas Unterstützung bot.
Die Risiken einer energiegetriebenen Inflation bleiben jedoch bestehen, da die Rohölpreise angesichts eskalierender Spannungen zwischen den USA und Iran sowie Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus nahe einem Einmonatshoch fest stehen. Tatsächlich führten die USA am Mittwoch eine weitere Runde von Luftangriffen gegen den Iran durch, bei denen Küstenverteidigungssysteme und Raketeninfrastruktur ins Visier genommen wurden. Der Iran reagierte mit Vergeltungsangriffen durch Drohnen und Raketen auf US-nahe Militäranlagen in der gesamten Region. Zudem warnte US-Präsident Donald Trump, dass kritische iranische Infrastruktur ins Visier genommen werden könnte, falls sich die Lage weiter verschlechtert.
Darüber hinaus drohte der Islamische Revolutionsgarden-Korps des Iran, den Konflikt durch Angriffe auf weitere regionale Energieversorgungsrouten auszuweiten. Dies deutet darauf hin, dass der Iran seine Huthi-Verbündeten im Jemen einsetzen könnte, um den Schiffsverkehr durch die Bab el-Mandeb-Straße zu bedrohen. Dies stützt weiterhin die Rohölpreise, belebt Inflationsängste und untermauert die Argumentation für mindestens eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte (bps) im Jahr 2026. Dies könnte wiederum die Bären im USD davon abhalten, aggressive Wetten zu platzieren, und legt nahe, dass der Weg des geringsten Widerstands für den Goldpreis nach unten führt.
Das Paar XAU/USD behält die kurzfristige bärische Tendenz unterhalb des 200-Tage Simple Moving Average (SMA) und innerhalb eines breiteren abwärtsgerichteten parallelen Kanals bei. Gemischte Momentum-Indikatoren – ein moderat positives Moving Average Convergence Divergence (MACD) Signal bei etwa 9,43 und ein Relative Strength Index (RSI) nahe 40,77 – deuten jedoch eher auf eine vorläufige Stabilisierung als auf eine nachhaltige Erholung hin.
Ein anhaltender Durchbruch und eine Akzeptanz unter der psychologischen Marke von 4.000 USD würden jedoch das Jahrestief im Bereich von 3.943 bis 3.942 USD freilegen, das im Juni erreicht wurde. Der anschließende Rückgang könnte sich weiter ausdehnen und den Goldpreis zu einer wichtigen strukturellen Unterstützung bei etwa 3.675,71 USD ziehen, die das untere Band des Kanals darstellt. Ein entscheidender Bruch unter dieses Niveau würde den vorherrschenden bärischen Ton verstärken.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand an der oberen Begrenzung des absteigenden Kanals nahe 4.093,63 USD, wo jeder Rebound wahrscheinlich auf Verkaufsdruck stoßen würde. Ein anhaltender Durchbruch über diesen Bereich würde den 200-Tage-SMA als nächste bedeutende Barriere bei etwa 4.495,94 USD freilegen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.
Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.
Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.
Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.