Ripple (XRP) behauptet sich am Mittwoch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung über der zurückeroberten Unterstützung bei 1,10 US-Dollar und setzt damit seine Erholung fort. Rückenwind kommt von den US-Erzeugerpreisen (PPI) für Juni, die auf einen nachlassenden Preisdruck in der größten Volkswirtschaft der Welt hindeuten. Der Bericht bestätigt den bereits am Dienstag mit den Verbraucherpreisdaten (CPI) erkennbaren Trend und stützt die Zuversicht am Kryptomarkt.
Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sank der Verbraucherpreisindex (CPI) im Juni auf saisonbereinigter Basis um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das war der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020.
Dadurch verringerte sich die jährliche Gesamtinflationsrate auf 3,5 Prozent nach 4,2 Prozent im Mai. Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Auf Jahressicht sank sie von 2,9 auf 2,6 Prozent.
Am Mittwoch zeigten weitere US-Konjunkturdaten, dass der Erzeugerpreisindex (PPI) – ein wichtiger Frühindikator für den künftigen Inflationsdruck – weniger stark als erwartet zulegte. Das dämpfte die Sorgen vor einer anhaltend hohen Inflation und stützte risikoreichere Anlageklassen.
Die Stimmung an den Märkten hellte sich leicht auf. Anleger rechnen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent damit, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins bei der nächsten Sitzung am 29. Juli in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belässt.

FedWatch-Tool | Quelle: CME Group
Die Nachfrage nach Kryptowährungen nahm jedoch nur leicht zu. Darauf deutet der Fear-&-Greed-Index hin, der am Mittwoch mit 25 Punkten weiterhin im Bereich der „extremen Angst“ lag, nach 22 Punkten am Vortag. Sollte die Risikobereitschaft der Anleger weiter zunehmen, könnte dies die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen wie XRP erhöhen und die Erholung kurz- bis mittelfristig zusätzlich stützen.

Crypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
Die Zahl der auf Binance gehaltenen XRP-Token blieb im Juli weitgehend stabil und lag am Mittwoch im Durchschnitt bei 2,61 Milliarden XRP mit einem Gegenwert von rund 2,9 Milliarden US-Dollar. Daten von CryptoQuant zufolge deutet diese Stabilität darauf hin, dass derzeit kein deutlicher Anstieg des kurzfristigen Verkaufsdrucks zu beobachten ist.
Steigt der Kurs, während die Bestände auf den Börsen sinken oder weitgehend unverändert bleiben, gilt dies häufig als Zeichen dafür, dass der Markt das vorhandene Angebot absorbiert. Eine steigende Nachfrage könnte daher den positiven Ausblick für XRP verbessern und eine Fortsetzung der Erholung über 1,10 US-Dollar begünstigen.

XRP-Binance-Reserven | Quelle: CryptoQuant
XRP notiert oberhalb von 1,10 US-Dollar, zeigt kurzfristig aber weiterhin ein angeschlagenes Chartbild. Der Kurs liegt unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage (EMA), die bei 1,16, 1,26 beziehungsweise 1,46 US-Dollar als gestaffelte Widerstände wirken.
Der MACD-Indikator bewegt sich im Tageschart leicht im positiven Bereich, während der Relative-Stärke-Index (RSI) mit rund 49 Punkten auf eine nur geringe und unentschlossene Dynamik innerhalb der übergeordneten Seitwärtsbewegung unter einer fallenden Widerstandslinie hindeutet.

XRP/USDT-Tageschart
Ein erster Widerstand liegt am 50-Tage-EMA bei rund 1,16 US-Dollar. Darüber folgen der 100-Tage-EMA bei 1,26 US-Dollar und der 200-Tage-EMA im Bereich von 1,46 US-Dollar, die gemeinsam mit der abwärtsgerichteten Trendlinie eine wichtige Widerstandszone bilden. Auf der Unterseite stellt das Parabolic-SAR-Niveau bei etwa 1,04 US-Dollar die erste markante Unterstützung dar. Ein Bruch dieser Marke könnte den Weg für weitere Kursverluste ebnen. Um das übergeordnete bearishe Bild aufzuhellen, müsste XRP jedoch zunächst die gebündelten Widerstände der gleitenden Durchschnitte nachhaltig überwinden.