Gold (XAU/USD) startet die Woche schwächer, da erneute Spannungen im Nahen Osten die Ölpreise steigen lassen und die Inflationssorgen wieder in den Fokus rücken, was die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) später in diesem Jahr verstärkt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.061 USD, ein Tagesverlust von 1,44 % nach einem Intraday-Tief von 4.045 USD.
Die USA und der Iran tauschten am Wochenende Raketen- und Drohnenangriffe aus. Washington griff den Süden Irans an, während Teheran US-Militäranlagen im gesamten Golfgebiet ins Visier nahm.
Teheran behauptete, die Straße von Hormus erneut geschlossen zu haben. Die USA halten jedoch daran fest, dass die Wasserstraße offen bleibt, und geben an, Schiffe zu eskortieren.
Der US-Dollar (USD) und die Rohölpreise starteten die Woche höher, was Druck auf das Edelmetall ausübte, obwohl beide inzwischen einige ihrer früheren Gewinne wieder abgegeben haben.
WTI notiert bei rund 73,75 USD, ein Tagesanstieg von fast 3,25 %, jedoch unter dem Intraday-Hoch von 74,96 USD. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, fällt nach einem Intraday-Hoch von 101,22 wieder unter 101,00.
Gold hat Schwierigkeiten, sich zu erholen, da die Aussicht auf höhere Zinssätze ein wesentlicher Gegenwind bleibt. „Stabilisierende Arbeitsmarktbedingungen in den USA und hartnäckige Inflation werden die Fed-Funds-Rate-Pricing hawkish halten“, erklärten Analysten bei Brown Brothers Harriman (BBH).
BBH fügte hinzu, dass die Märkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bis zum Jahresende und fast 50 bps Straffung in den nächsten zwölf Monaten vollständig eingepreist haben.
Höhere Kreditkosten belasten Gold im Allgemeinen, da sie die Opportunitätskosten für das Halten von nicht-verzinslichen Anlagen erhöhen.
Da der Wirtschaftskalender am Montag weitgehend leer ist, richten Händler nun ihre Aufmerksamkeit auf die US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Daten, die am Dienstag veröffentlicht werden. Die Kongressanhörung von Fed-Chef Kevin Warsh wird ebenfalls genau beobachtet, um neue Hinweise auf den Zinssatz-Ausblick der Zentralbank zu erhalten.

Im Tageschart behält XAU/USD eine bärische Tendenz bei und handelt unterhalb der mittleren Linie des 20-Tage-Bollinger-Bands bei etwa 4.118,50 USD. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei rund 40, bleibt unter der neutralen Schwelle von 50 und verstärkt den bärischen Ausblick.
Der Average Directional Index (ADX) bei etwa 37 zeigt an, dass der übergeordnete Abwärtstrend weiterhin klar definiert ist, was darauf hindeutet, dass Erholungsversuche begrenzt bleiben könnten, sofern Gold nicht das Bollinger-Mittelband zurückerobert.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand am 20-Tage-Bollinger-SMA bei rund 4.118,50 USD, gefolgt von einer horizontalen Barriere bei 4.200 USD und dann dem oberen Bollinger-Band nahe 4.288,50 USD, mit einer stärkeren Hürde bei 4.400 USD.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung bei der horizontalen Marke von 4.000 USD, vor dem unteren Bollinger-Band, das sich um 3.948,50 USD sammelt, wobei ein Durchbruch die Tür zu einer tieferen Korrekturphase öffnen würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.