West Texas Intermediate (WTI) US-Rohöl fällt am Donnerstag leicht und löscht alle Gewinne des Vortages aus, da Händler die Angebotsrisiken aufgrund der erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran neu bewerten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird WTI bei rund 71,75 USD gehandelt, ein Tagesverlust von 3,77 %.
Die Rohölpreise stiegen Anfang der Woche stark an, nachdem die Vereinigten Staaten und der Iran militärische Angriffe ausgetauscht hatten, was Befürchtungen aufkommen ließ, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erneut gestört werden könnte.
Die Märkte sehen den jüngsten Aufflammen jedoch als unwahrscheinlich an, sich zu einem ausgewachsenen Krieg auszubreiten, und erwarten, dass sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiter erholen wird.
Aus technischer Sicht folgt der Rückgang am Donnerstag einer Ablehnung am 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) nahe 73,35 USD, der als unmittelbarer Widerstand fungiert.
WTI bleibt zudem deutlich unter dem 100-Tage-SMA bei rund 86,91 USD, was darauf hindeutet, dass Verkäufer trotz Anzeichen für ein verbessertes Momentum die Oberhand behalten.
Der Relative Strength Index (RSI) hat sich von nahezu überverkauften Niveaus auf etwa 40,20 erholt, liegt aber weiterhin unter der neutralen Marke von 50, was darauf hindeutet, dass das bullishe Momentum noch begrenzt ist.
Unterdessen ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD) positiv geworden, was auf erste Erholungsversuche hinweist, die jedoch durch wichtige Widerstände über dem Kurs begrenzt bleiben.
Auf der Oberseite könnte ein Ausbruch über den 200-Tage-SMA bei 73,35 USD den Weg für eine Bewegung in Richtung des psychologischen Widerstands bei 80,00 USD ebnen, gefolgt vom 100-Tage-SMA nahe 86,91 USD.
Auf der Unterseite wird die unmittelbare Unterstützung bei 67,00 USD gesehen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte den Weg zurück in den Bereich um 60,00 USD öffnen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.