TradingKey – Am 7. Juli ostamerikanischer Zeit hat das US-Finanzministerium nach den iranischen Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus ein Dokument auf seiner offiziellen Website veröffentlicht, mit dem iranbezogene Generallizenzen widerrufen werden. Damit werden die am 21. Juni 2026 erteilten Genehmigungen für die Förderung, Lieferung und den Verkauf von iranischem Rohöl, petrochemischen Produkten und Erdölprodukten schrittweise auslaufen.
Die beiden wichtigsten Rohöl-Futures legten kurzfristig zu. Bei Redaktionsschluss stieg die Sorte WTI um 5,25 % auf 72,15 USD, während Brent-Rohöl-Futures um 5,7 % auf 76,14 USD zulegten.

[Quelle: FutuBull]
Diese Runde der Eskalation stört die ohnehin fragile diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran direkt. Beide Seiten hatten Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen vorangetrieben, das Beschränkungen des Atomprogramms und Sanktionserleichterungen vorsah; das Risiko einer eskalierenden Vergeltung könnte die Gespräche jederzeit zum Erliegen bringen.
Der weltweit größte Verband der Schifffahrtsindustrie erklärte, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach den jüngsten Vorfällen zurückgehen könnte, obwohl einige Reeder weiterhin bereit sein werden, das Risiko einer Durchfahrt zu wagen.
Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der ING in Singapur, wies darauf hin, dass die jüngsten Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf zeigen, dass wir noch einen weiten Weg bis zu einer Normalisierung vor uns haben.
Als zentraler Knotenpunkt für den weltweiten Energietransport wickelt die Straße von Hormus ein Fünftel des weltweiten Ölhandelsvolumens sowie umfangreiche Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) ab. Jede Störung der Schifffahrt würde sich rasch auf die globalen Energiemärkte übertragen, die Öl- und Gaspreise in die Höhe treiben und den Inflations- und Existenzdruck in den einzelnen Ländern weiter verschärfen.
Für den Iran sind die Ölexporte unter dem Sanktionsregime die lebenswichtige wirtschaftliche Ader. In den letzten Jahren hat das Land seine Rohölverkäufe durch Exporte nach China kontinuierlich ausgeweitet und diese zur Haupteinnahmequelle für den Haushalt und harte Währungen gemacht. Sollten die Friedensgespräche scheitern und die Sanktionen wieder verschärft werden, gepaart mit Störungen der Schifffahrt in der Meerenge, steht der iranischen Wirtschaft ein doppelter Schlag bevor, und die regionale Unsicherheit wird weiter zunehmen.