Der Goldpreis steht an einem entscheidenden Punkt. Nach dem jüngsten Rücksetzer sieht der Chart angeschlagen aus, der Abwärtstrend ist klar intakt und die Verkäufer haben weiterhin die Kontrolle. Doch genau in solchen Momenten wird es für Anleger und Trader spannend. Denn während viele bereits den nächsten Absturz erwarten, zeigt der Tageschart der Gold-Futures ein Signal, das man nicht ignorieren sollte.
Bei 3.955 US-Dollar hat sich eine hammerähnliche Tageskerze gebildet. Gleichzeitig liegt der Goldpreis inzwischen fast 9,6 % unter seiner 50-Tage-Linie. Das ist kein kleines Warnsignal mehr, sondern ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Markt kurzfristig überdehnt sein könnte. Genau daraus kann eine technische Gegenbewegung entstehen.
Aber hier liegt die Falle: Wer jetzt einfach blind auf steigende Kurse setzt, stellt sich gegen einen starken Abwärtstrend. Und dieser Trend ist nicht nur optisch erkennbar, sondern wird durch den ADX mit 37,6 klar bestätigt. Für diese Goldpreis Prognose heißt das: Eine Erholung ist möglich, aber sie bleibt vorerst nur eine Erholung im Bärenmarkt.

Der Blick auf den Chart ist eindeutig. Der Goldpreis notiert unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten und klar unter der Ichimoku-Wolke, die aktuell ungefähr zwischen 4.222 und 4.437 US-Dollar liegt. Solange der Kurs unter diesem Bereich bleibt, ist die übergeordnete Struktur bärisch.
Auch der SuperTrend spricht eine klare Sprache. Er liegt bei 4.408 US-Dollar und zeigt weiter nach unten. Das bedeutet: Jede Rally in Richtung dieser Zone ist zunächst mit Vorsicht zu genießen. Nicht jede grüne Kerze ist automatisch der Start einer Trendwende. Oft sind es gerade diese Erholungen, die im Abwärtstrend wieder verkauft werden.
Besonders wichtig ist der ADX. Mit einem Wert von 37,6 zeigt er, dass der aktuelle Trend Kraft hat. Noch schwerer wiegt, dass der negative Directional Indicator über dem positiven Directional Indicator liegt. Der Markt fällt also nicht zufällig. Die Verkäufer dominieren.
Genau deshalb bleibt die Lage so heikel. Solange Gold unter der Wolke, unter dem 20-Tage-Durchschnitt und unter der 50-Tage-Linie handelt, ist jeder Long-Trade ein Trade gegen den Trend. Das kann sich kurzfristig auszahlen. Aber es ist nicht das Szenario mit der höchsten Wahrscheinlichkeit.
Trotz des schwachen Gesamtbildes gibt es einen Punkt, der den Bullen Hoffnung macht. Der Money Flow Index liegt bei 25,6 und damit klar im überverkauften Bereich. Das zeigt: Der Verkaufsdruck war zuletzt massiv. Märkte können in solchen Phasen weiter fallen, keine Frage. Aber häufig kommt es nach solchen Übertreibungen zumindest zu einer technischen Erholung.
Genau hier wird der Hammer bei 3.955,4 US-Dollar wichtig. Diese Kerze zeigt, dass der Markt tiefere Kurse zunächst abgelehnt hat. Verkäufer konnten den Druck nicht bis zum Tagesschluss durchhalten, Käufer kamen zurück. Das ist noch keine Trendwende, aber ein erstes Lebenszeichen.
Dazu kommt der große Abstand zur 50-Tage-Linie. Mit minus 9,59 % ist Gold deutlich von seinem mittelfristigen Durchschnitt entfernt. Solche Abstände bleiben nicht immer sofort bestehen. Häufig versucht der Markt, zumindest einen Teil dieser Bewegung wieder auszugleichen.
Für die Bullen liegt der entscheidende Bereich deshalb zwischen 3.955 und 4.000 US-Dollar. Dort treffen das aktuelle Swing Low, die 1,618-Fibonacci-Extension und eine psychologisch wichtige Marke zusammen. Wenn Gold diesen Bereich verteidigt, kann daraus ein kurzfristiger Bounce entstehen.
Wirklich stärker würde das Szenario aber erst mit einem Tagesschluss über rund 4.135 US-Dollar. Dann hätte der Goldpreis die jüngste viertägige Konsolidierung nach oben verlassen. Ohne diese Bestätigung bleibt ein Long-Einstieg spekulativ und anfällig für Fehlsignale.
So verlockend der Bounce-Gedanke auch ist: Der Markt bleibt bärisch. Und genau deshalb könnte die nächste Erholung für die Verkäufer interessant werden.
Der wichtigste Bereich liegt zwischen 4.220 und 4.325 US-Dollar. Dort verdichten sich mehrere Widerstände. Die Unterkante der Ichimoku-Wolke, der 20-Tage-Durchschnitt bei etwa 4.263 US-Dollar und das 38,2-%-Fibonacci-Retracement bei 4.323 US-Dollar treffen in dieser Zone aufeinander. Das ist kein beliebiger Chartbereich. Das ist eine echte Kampfzone.
Kommt Gold bis dorthin zurück und scheitert, wäre das ein klassisches Signal im Abwärtstrend. Der Markt erholt sich, läuft in einen Widerstand, Käufer verlieren die Kraft und die Bären übernehmen erneut. Genau solche Bewegungen liefern oft die saubereren Short-Setups als der Einstieg mitten im Abverkauf.
Noch massiver wird der Widerstand darüber. Bei 4.407,9 US-Dollar liegt der SuperTrend. Das 50-%-Retracement befindet sich bei 4.436,6 US-Dollar. Zusammen mit dem oberen Kumo-Bereich entsteht zwischen 4.408 und 4.437 US-Dollar ein harter Widerstandscluster. Für die Bullen wäre das die eigentliche Prüfung.
Bis zu einem Tagesschluss über 4.408 US-Dollar bleibt der Trendvorteil klar bei den Verkäufern. Erst darüber würde das bisher saubere bärische Bild ernsthaft beschädigt.
Für Trader ist die Lage damit relativ klar. Die Unterstützung bei 3.955 US-Dollar ist der entscheidende Bereich auf der Unterseite. Dort liegt das aktuelle Swing Low und zugleich das Tief der Hammer-Kerze. Ein Tagesschluss darunter wäre ein starkes Warnsignal. In diesem Fall wäre eine neue Verkaufswelle technisch bestätigt.
Auf der Oberseite rückt zunächst der Bereich um 4.265 US-Dollar in den Fokus. Dort verläuft ungefähr der 20-Tage-Durchschnitt. Für jede Erholung ist das die erste große Bewährungsprobe. Bleibt Gold dort hängen, spricht viel dafür, dass die Verkäufer weiter das Kommando haben.
Noch wichtiger ist der Bereich zwischen 4.408 und 4.437 US-Dollar. Dort bündeln sich SuperTrend, 50-%-Fibonacci-Retracement und Ichimoku-Wolke. Wer auf eine echte Trendwende setzen will, braucht genau dort ein starkes Signal. Solange dieses Signal fehlt, bleibt der Markt anfällig.
Zwischen 4.000 und 4.200 US-Dollar ist dagegen Vorsicht angebracht. Dieser Bereich ist weder eine klare Unterstützungszone noch ein sauberer Widerstandsbereich. Hier kann viel passieren, aber wenig davon ist wirklich belastbar. Für disziplinierte Trader ist das eher eine Zone zum Beobachten als zum aggressiven Handeln.
Das attraktivere Setup bleibt aus meiner Sicht die Trendfolge auf der Short-Seite. Der Grund ist einfach: Der Markt fällt, der Trend ist stark und die wichtigsten Trendfilter zeigen nach unten. Wer mit dem dominierenden Trend handelt, hat aktuell die bessere Ausgangslage.
Ein aggressiver Short-Einstieg wäre bei einer klaren Zurückweisung um 4.220 US-Dollar denkbar. Konservativer wäre ein Einstieg nach einer bärischen Tageskerze im Bereich zwischen 4.200 und 4.300 US-Dollar. Ein möglicher Stop läge bei 4.350 US-Dollar, also oberhalb des 38,2-%-Fibonacci-Retracements. Die Ziele wären zunächst 3.955 US-Dollar, danach 3.855 US-Dollar und schließlich 3.755 US-Dollar. Je nach Einstieg ergibt sich daraus ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 2,0 bis 3,6 R.
Das Long-Szenario ist deutlich taktischer. Ein aggressiver Einstieg wäre möglich, wenn der Bereich um 4.071 US-Dollar hält und der Hammer nicht gebrochen wird. Konservativer wäre ein Einstieg erst nach einem Tagesschluss über 4.135 US-Dollar. Der Stop läge unterhalb des Swing Lows bei 3.950 US-Dollar. Mögliche Ziele wären 4.323 US-Dollar, 4.408 US-Dollar und 4.503 US-Dollar. Auch hier kann das Chance-Risiko-Verhältnis rechnerisch attraktiv sein. Der entscheidende Unterschied: Dieses Setup läuft gegen den Haupttrend und hat deshalb ein niedrigeres Vertrauensniveau.
Für erfahrene Counter-Trend-Trader kann der Bounce interessant sein. Für alle anderen bleibt die bessere Frage: Wo kann man eine Erholung verkaufen, statt dem Markt hinterherzuspringen?
Der Goldpreis ist kurzfristig überverkauft, aber der Abwärtstrend bleibt intakt. Genau diese Mischung macht die aktuelle Lage so spannend. Einerseits sprechen der Hammer bei 3.955 US-Dollar, der MFI bei 25,6 und der große Abstand zur 50-Tage-Linie für eine mögliche Erholung. Andererseits zeigen ADX, SuperTrend, Moving Averages und Ichimoku-Wolke weiterhin klar nach unten.
Die höhere Wahrscheinlichkeit liegt deshalb nicht bei einer sofortigen Trendwende, sondern bei einer Erholung, die später wieder verkauft wird. Besonders spannend wird die Zone zwischen 4.220 und 4.325 US-Dollar. Scheitert Gold dort, könnten die Bären erneut Druck machen und die Ziele bei 3.955, 3.855 und 3.755 US-Dollar anlaufen.
Für Anleger und Trader bedeutet das: Nicht der erste Bounce ist entscheidend, sondern die Reaktion an den Widerständen. Erst ein Tagesschluss über 4.408 US-Dollar würde das bärische Bild spürbar verändern. Bis dahin bleibt jede Stärke im Goldpreis vor allem eines: eine potenzielle Verkaufschance im bestehenden Abwärtstrend.
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