Gold (XAU/USD) fällt am Mittwoch in der asiatischen Sitzung zum zweiten Mal in Folge – und markiert damit den fünften Tag mit einer negativen Bewegung in den letzten sechs – und erreicht ein fast zwei Wochen tiefes Niveau. Trotz nachlassender Inflationssorgen angesichts des jüngsten Rückgangs der Rohölpreise preisen die Händler eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) ein. Dies treibt den US-Dollar (USD) auf ein neues Hoch seit Mai 2025 und erweist sich als Schlüsselfaktor, der weiterhin Kapitalflüsse vom zinslosen Goldbarren weglenkt.
Die Rohölpreise sind im vergangenen Monat deutlich gefallen und erreichten am Mittwoch mit der Wiederaufnahme des Verkehrs durch die Straße von Hormus ein neues Tief seit Anfang März. Tatsächlich teilte eine iranische Militärquelle der Nachrichtenagentur Fars mit, dass täglich eine begrenzte Anzahl von Schiffen unter Koordination mit der Marine der iranischen Revolutionsgarden die Straße passieren darf. Zudem erteilte das US-Finanzministerium eine vorübergehende 60-tägige Sanktionsausnahme, die die Produktion, Lieferung und den Verkauf von iranischem Rohöl, Erdöl und petrochemischen Produkten erlaubt. Dies mildert die globalen Versorgungsängste und belastet weiterhin die Ölpreise, was den Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise verringert.
Dennoch haben die Investoren ihre Wetten deutlich erhöht, dass die US-Zentralbank die Kreditkosten im Jahr 2026 um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben wird, nachdem die Fed letzte Woche ein hawkisches Signal gesendet hatte. Neun der 19 Fed-Mitglieder des Ausschusses sind der Ansicht, dass sie den Leitzins zur Bekämpfung der Inflation anheben müssen. Hinzu kommt, dass der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh während der Pressekonferenz nach der Sitzung stark auf Preisstabilität fokussierte und andeutete, dass die Zentralbank trotz rückläufigen Wachstums nicht überstürzt die Zinsen senken werde. Zudem wirken gemischte US-iranische Signale zu Teherans Nuklearfragen als Rückenwind für den Greenback, was als weiterer Faktor gilt, der den Goldpreis belastet.
Der US-Vizepräsident JD Vance erklärte am Montag, dass die Friedensgespräche in der Schweiz dazu geführt hätten, dass Iran zugestimmt habe, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in seine Nuklearanlagen einzuladen. Außerdem sagte US-Präsident Donald Trump, dass Iran einer vollständigen und umfassenden Kontrolle auf höchstem Niveau für die Zukunft zugestimmt habe. Die iranischen Staatsmedien berichteten jedoch unter Berufung auf das Außenministerium, dass Teheran keine neuen Verpflichtungen zu Nuklearinspektionen eingegangen sei. Dies hält die geopolitischen Risikoaufschläge aufrecht, begünstigt die USD-Bullen und untermauert die Aussicht auf weitere Verluste beim Gold. Die Händler richten ihren Blick nun auf den US-Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index, der am Donnerstag veröffentlicht wird, und erwarten neue Impulse.
Vor dem Hintergrund der jüngsten wiederholten Fehlschläge nahe dem 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) im 4-Stunden-Chart könnte ein überzeugender Bruch und eine Annahme unter der Marke von 4.100 USD als neuer Auslöser für die XAU/USD-Bären gewertet werden. Zudem sind die Momentum-Indikatoren schwach: Der Relative Strength Index (RSI) bewegt sich nahe dem überverkauften Bereich bei rund 31, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im negativen Bereich mit einer fallenden Linie verbleibt. Dies deutet darauf hin, dass die Abwärtsrisiken dominieren, auch wenn gelegentliche Short-Covering-Rallys auftreten, und unterstützt die Aussicht auf einen Rückgang zur erneuten Prüfung des Jahrestiefs bei rund 4.024–4.023 USD, das Anfang dieses Monats erreicht wurde.
Auf der Oberseite stellt der 100-Perioden-SMA bei 4.287,33 USD den ersten bedeutenden Widerstand dar, und eine nachhaltige Erholung über diese Hürde wäre erforderlich, um die vorherrschende bärische Tendenz zu mildern und den Weg für eine konstruktivere Konsolidierungsphase zu ebnen. Bis dahin wird jede Annäherung an den Bereich von 4.280–4.290 USD voraussichtlich als Gelegenheit gesehen, Verkaufsinteresse erneut aufzubauen, während die Momentum-Signale keine dauerhafte bullische Umkehr anzeigen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.