Der Goldpreis (XAU/USD) notiert im frühen europäischen Handel am Freitag im positiven Bereich nahe 4.240 USD. Das Edelmetall erholt sich von einem Sechsmonatstief, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, er habe geplante Militärschläge gegen den Iran abgesagt, was Hoffnungen nährt, dass ein Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran nahe ist.
Die BBC berichtete am Donnerstag, dass Trump gesagt habe, er habe die Angriffe auf den Iran abgesagt und dass die Verhandlungen mit Teheran „auf die höchste Ebene der iranischen Führung gebracht und genehmigt“ worden seien. Dennoch erklärte der Iran, dass ein Abkommen „noch nicht endgültig abgeschlossen“ sei.
Hoffnungen auf einen diplomatischen Ausweg aus dem Krieg, der die globalen Märkte erschüttert hat, ziehen die US-Staatsanleiherenditen und den US-Dollar (USD) nach unten, was den in USD notierten Rohstoffpreis stützt.
„Gold ist derzeit eindeutig deutlich überverkauft, und es bleibt abzuwarten, ob dies eine echte Erholung ist oder einfach Gewinnmitnahmen bei Short-Positionen,“ sagte der unabhängige Analyst Ross Norman.
Das Aufwärtspotenzial des gelben Metalls könnte begrenzt sein, da erhöhte Rohölpreise die Inflation beschleunigen und die Zinssätze länger hoch halten können. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Es wird erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen in Kevins Warsh erstem Treffen als Fed-Vorsitzender nächste Woche unverändert lässt. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler nun eine fast 67%ige Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung im Dezember ein.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.