Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Dienstag im frühen asiatischen Handel auf knapp 4.685 USD. Die Märkte schalten in den „Abwarten“-Modus vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) und den sich wandelnden Entwicklungen im Nahostkonflikt.
Es wird erwartet, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) seinen Leitzins im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert lässt, wo er seit Dezember liegt. Die Händler werden die Pressekonferenz von Jerome Powell nach der geldpolitischen Sitzung genau verfolgen, da sie Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen später in diesem Jahr geben könnte. Jegliche hawkischen Äußerungen von Fed-Vertretern könnten den US-Dollar (USD) stärken und den auf USD lautenden Rohstoffpreis belasten.
Auch die Frage, ob Powell weiterhin im Gouverneursrat der Fed bleiben wird, selbst wenn Warsh rechtzeitig bestätigt wird, um die nächste geldpolitische Sitzung im Juni zu leiten, könnte angesprochen werden.
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus haben die Rohölpreise steigen lassen, was Inflationsängste schürt und die Hürde für Zinssenkungen erhöht. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt jedoch keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
CNBC berichtete am Montag, dass US-Präsident Donald Trump und sein nationales Sicherheitsteam Irans Vorschlag besprachen, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, falls die USA ihre Blockade aufheben und der Krieg endet. Der Vorschlag würde Verhandlungen über Teherans nukleare Ambitionen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Dennoch ist unklar, ob Trump das Angebot zur Beendigung des zweimonatigen Krieges annehmen wird.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.