Das Paar EUR/USD notiert am Dienstag im frühen asiatischen Handel mit leichten Gewinnen um 1,1725. Das Potenzial für weitere Kursgewinne könnte jedoch begrenzt sein, da die Marktstimmung aufgrund der ins Stocken geratenen US-iranischen Friedensgespräche fragil bleibt. Die Märkte könnten vor den Zinssatzentscheidungen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) im weiteren Verlauf der Woche vorsichtig werden.
Iran bot an, die Sperrung der Straße von Hormus zu beenden, falls die USA ihre Blockade gegen das Land aufheben und den Krieg beenden, in einem Vorschlag, der die Diskussionen über das Atomprogramm der Islamischen Republik verschieben würde, so Bloomberg.
US-Präsident Donald Trump scheint das Angebot jedoch kaum anzunehmen, und US-Außenminister Marco Rubio schloss offenbar jegliche Vereinbarung aus, die das iranische Atomprogramm ausschließt. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Sperrung der Straße von Hormus könnten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und dem wichtigen Währungspaar Gegenwind verleihen.
Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve (Fed) bei ihrer bevorstehenden geldpolitischen Sitzung im April am Mittwoch die Zinssätze unverändert lässt und die Zielspanne für die Federal Funds bei 3,50 % bis 3,75 % belässt. Dies wäre die dritte aufeinanderfolgende Zinspause.
Händler warten auf die Pressekonferenz von Jerome Powell nach der Sitzung, um neuen Schwung zu erhalten. Sollte Powell eine Haltung „höher für länger“ einnehmen oder signalisieren, dass Zinserhöhungen wieder auf dem Tisch liegen, könnte dies den Greenback kurzfristig stützen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks erwarten Ökonomen, dass die EZB bei ihrer Sitzung am Donnerstag keine Änderungen vornimmt und ihren Leitzinssatz für Einlagen bei 2,0 % belässt, wo er seit Juni letzten Jahres liegt. Die Entscheidungsträger könnten angesichts der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten eine abwartende Haltung einnehmen. EZB-Vertreter Martins Kazaks sagte letzte Woche, „wir haben noch den großen Luxus, Daten zu sammeln und unsere Sichtweise zu bilden.“
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.