AUD/USD gewinnt zum dritten Mal in Folge an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeit am Mittwoch um 0,7120. Das Paar wertet auf, da der Australische Dollar (AUD) von verbessertem Marktumfeld profitiert, das durch die Aussicht auf weitere US-Iran-Gespräche gestützt wird.
Die New York Post berichtete, dass US-Präsident Donald Trump signalisiert habe, die Verhandlungen könnten diese Woche wieder aufgenommen werden, während er sich gleichzeitig gegen eine 20-jährige Aussetzung des iranischen Nuklearanreicherungsprogramms aussprach. Unterdessen hob Vizepräsident JD Vance „signifikante Fortschritte“ in der ersten Gesprächsrunde mit Iran in Pakistan hervor, wobei Folgegespräche möglicherweise innerhalb von Tagen stattfinden sollen.
Der stellvertretende Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), Andrew Hauser, warnte am Dienstag in einem Gespräch am Kamin, dass die kommenden Monate für Australien angesichts der durch die Spannungen im Nahen Osten ausgelösten Energiekrise und des hohen Inflationsdrucks herausfordernd sein werden. Hauser stellte fest, dass die Wirtschaft Schwierigkeiten habe, den Schock aufgrund anhaltender Inflation und Angebotsengpässe zu verkraften, was das Risiko eines stagflationsähnlichen Szenarios erhöhe.
Auf der Datenfront bestätigten schwächer als erwartete US-Erzeugerpreisindex (EPI)-Daten den nachlassenden Inflationsdruck und verringerten die Notwendigkeit für die Federal Reserve (Fed), die Zinsen anzuheben. Besonders hervorzuheben ist die Dienstleistungskomponente, die von der Fed genau beobachtet wird, da sie direkte Energie- und tarifbedingte Effekte ausschließt.
Der US-EPI stieg im Monatsvergleich (MoM) um 0,5% und lag damit deutlich unter dem Konsens von 1,2%, während der Kern-EPI mit 0,1% MoM gegenüber den erwarteten 0,6% ausfiel. Auf Jahresbasis stieg der US-EPI im März um 4%, verfehlte damit die Prognose von 4,6% und lag über dem Wert von 3,4% im Februar, während der Kern-EPI mit 3,8% im Jahresvergleich (YoY) unverändert zum Vormonat blieb.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.