Gold (XAU/USD) erreicht während der asiatischen Sitzung am Mittwoch ein fast vierwöchiges Hoch, zeigt jedoch keine Anschlusskäufe und notiert derzeit knapp unter der Marke von 4.850 USD, nahezu unverändert zum Tagesverlauf. Der Verkaufsdruck auf den US-Dollar (USD) scheint vorerst nachgelassen zu haben und wirkt als Gegenwind für das Edelmetall. Hoffnungen auf Diplomatie mit dem Iran und sinkende Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) halten die USD-Bullen hingegen zurück und stützen das Edelmetall.
Der US-Vizepräsident JD Vance äußerte sich bei einer öffentlichen Veranstaltung erneut vorsichtig optimistisch und erklärte, Washington verfolge ein umfassenderes Großabkommen, das darauf abzielt, die wirtschaftliche Integration Irans in die Welt neu zu gestalten. Zudem sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), António Guterres, am Dienstag gegenüber Reportern, dass die Wiederaufnahme der US-Iran-Gespräche sehr wahrscheinlich sei. Der Optimismus hinsichtlich diplomatischer Bemühungen zur Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran war ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Rückgang des USD auf den niedrigsten Stand seit Anfang März und stützt weiterhin den Goldpreis.
Unterdessen zeigten am Dienstag veröffentlichte Daten, dass der US-Erzeugerpreisindex (PPI) im März auf Jahresbasis von 3,4 % im Vormonat auf 4 % anstieg. Auf Monatsbasis kletterte der PPI um 0,5 %, während die Kennzahl ohne Lebensmittel und Energie im März um 3,8 % YoY zulegte. Diese Werte blieben hinter den Konsensschätzungen zurück und milderten die Befürchtungen hinsichtlich der inflationsfördernden Auswirkungen des kriegsbedingten Anstiegs der Energiepreise, was die hawkischen Erwartungen dämpfte. Der daraus resultierende Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen schwächt den USD und bestätigt die positive Perspektive für das zinslose Gold.
Die Lage bleibt jedoch fragil, da der Weg zu einer dauerhaften Einigung angesichts der Instabilität in der Straße von Hormuz ungewiss ist. Der iranische UN-Botschafter bezeichnete die am Montag in Kraft getretene US-Blockade als schwere Verletzung der Souveränität Teherans. Dies könnte den ohnehin fragilen Waffenstillstand gefährden. Zudem hat die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC) Vergeltungsmaßnahmen angekündigt, wodurch geopolitische Risiken bestehen bleiben. Dies könnte den Status des USD als Reservewährung stärken und dazu beitragen, weitere Aufwärtsbewegungen des Goldpreises zu begrenzen.
Das Paar XAU/USD hält eine konstruktive bullische Tendenz und strebt an, das Momentum über den 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) als entscheidenden Widerstand im 4-Stunden-Chart auszubauen. Das Momentum bleibt stark, mit einem Relative Strength Index (RSI) bei 65,5, der sich der überkauften Zone nähert, und einem Moving Average Convergence Divergence (MACD), der im positiven Bereich steigt. Dies deutet darauf hin, dass der Aufwärtsdruck anhält, aber bei weiteren Gewinnen anfällig für Ermüdung sein könnte.
Zwischenzeitlich liegt der erste Widerstand am 61,8%-Fibonacci-Retracement-Level bei 4.912,54 USD, und ein nachhaltiger Durchbruch über dieses Niveau würde den Weg zum 78,6%-Retracement bei 5.134,37 USD ebnen, vor dem Zyklus-Hoch bei 5.416,94 USD. Auf der Unterseite verstärkt das 50%-Retracement des Rückgangs im März die zugrundeliegende Unterstützung bei 4.756,73 USD. Ein überzeugender Bruch darunter würde tiefere Unterstützungen am 38,2%-Retracement bei 4.600,92 USD und am 23,6%-Level bei 4.408,14 USD freilegen, wo Käufer bei einer ausgeprägteren Korrektur voraussichtlich wieder einsteigen würden.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.