Der Goldpreis (XAU/USD) sieht sich am Freitag in der frühen asiatischen Sitzung einem Verkaufsdruck nahe 5.090 USD ausgesetzt. Das Edelmetall setzt den Rückgang inmitten eines stärkeren US-Dollars (USD) und höherer Treasury-Renditen fort. Die Veröffentlichung des Berichts zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA für Januar wird später am Freitag im Mittelpunkt stehen.
Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, erklärte, dass die entscheidende Straße von Hormuz geschlossen bleiben sollte und dass Iran weiterhin Angriffe auf seine Nachbarn im Persischen Golf durchführen werde, so Bloomberg. US-Präsident Donald Trump nannte Iran "eine Nation des Terrors und des Hasses" und sagte, die Situation bewege sich "sehr schnell" auf seine Garantie einer begrenzten militärischen Beteiligung in der Region zu.
Händler werden die Entwicklungen rund um die Situation im Nahen Osten genau beobachten. Jegliche Anzeichen eines verlängerten Krieges in der Region könnten in naher Zukunft ein traditionelles sicherer Hafen-Vermögen wie Gold stärken.
Dennoch hat der anhaltende Krieg im Nahen Osten Ängste vor steigender Inflation in den USA geschürt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze länger hoch hält. Höhere Zinssätze tendieren dazu, die relative Attraktivität von renditeträchtigen Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich zu nicht renditeträchtigen Edelmetallen wie Gold zu erhöhen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.