Analysten von ING zufolge hat sich die türkische Lira (TRY) nach der Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stabilisiert. Die Zentralbank der Türkei habe das Vertrauen der Märkte gewahrt und für einen weitgehend stabilen Verlauf von USD/TRY gesorgt. Zugleich seien Long-Positionen in der Lira zunächst zurückgegangen, erholten sich zuletzt jedoch wieder. Die Währungsreserven seien gesunken. Mittelfristig erwarten die Experten eine allmähliche Bewegung von USD/TRY in Richtung 46,6 bis Mitte 2026, da Carry-Trades wieder zunehmen.
„Ähnlich wie in anderen Schwellenländern haben wir in der Türkei eine gewisse Entspannung nach Anzeichen einer Deeskalation im US-Iran-Konflikt gesehen. Dies deutet darauf hin, dass der Höhepunkt des Konflikts überschritten sein dürfte. Der Zentralbank ist es vergleichsweise gut gelungen, das Vertrauen der Märkte zu sichern und einen stabilen Verlauf von USD/TRY aufrechtzuerhalten. Unterstützt wurde dies durch verstärkte verbale Interventionen von Offiziellen in den vergangenen Wochen.“
„Der Markt für die Lira hat den US-Iran-Konflikt bewältigt, indem Long-Positionen deutlich reduziert wurden – sie wurden etwa halbiert. Zudem gingen die Devisenreserven der Zentralbank von einem Höchststand von 210 Milliarden US-Dollar auf rund 161 Milliarden US-Dollar zurück, was auch den breiteren Ausverkauf an den globalen Goldmärkten widerspiegelt. Jüngste Marktdaten deuten jedoch darauf hin, dass Long-Positionen in der Lira wieder aufgebaut werden, im Einklang mit einer Verbesserung der globalen Stimmung.“
„Insgesamt erwarten wir, dass USD/TRY bis zur Jahresmitte 2026 auf einem stabilen Pfad in Richtung 46,6 bleibt und der Markt schrittweise wieder Long-Carry-Trades in der Lira aufnimmt.“