Der Goldpreis (XAU/USD) setzt seine Verluste in der zweiten aufeinanderfolgenden Sitzung fort und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag bei etwa 5.150 USD. Der Preis für Edelmetalle sinkt, da steigende Ölpreise die inflationsbedingten Risiken erhöhten und die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) verringerten.
Gold geriet auch unter Druck durch einen rallyenden US-Dollar (USD) und steigende Staatsanleihenrenditen, da die inflationsbezogenen Sorgen die Aussichten auf eine Lockerung durch die Fed trüben, wobei die Prognosen derzeit nur auf eine Zinssenkung später in diesem Jahr hindeuten. Kurzfristig dürften die Goldpreise empfindlich auf geopolitische Schlagzeilen, Energiepreise und bevorstehende Wirtschaftsdaten reagieren.
Die Ölpreise stiegen zum zweiten Mal, da die Aussicht auf einen langwierigen Iran-Krieg die koordinierte Freigabe von Ölreserven durch große Volkswirtschaften überschattete. Die Märkte betrachteten die Notfallölfreigabe auch als unzureichend, selbst nachdem die IEA einer ihrer größten Freigaben von 400 Millionen Barrel Öl zugestimmt hatte.
Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) des Iran gab bekannt, dass sie eine gemeinsame Operation mit der Hisbollah im Libanon gegen Ziele in Israel, Jordanien und Saudi-Arabien gestartet hat. Das Innenministerium von Bahrain erklärte am Donnerstag, dass der Iran Treibstofftanks in einer Anlage in der Provinz Muharraq, einer der vier Verwaltungsregionen Bahrains, ins Visier genommen hat.
Die Goldpreise könnten Volatilität erfahren, da Investoren auf die neuesten US-Inflationsdaten reagieren. Der am Mittwoch veröffentlichte Verbraucherpreisindex (VPI) der USA für Februar zeigte einen Anstieg der Inflation um 0,3% im Monatsvergleich (MoM) und um 2,4% im Jahresvergleich, was weitgehend den Markterwartungen entsprach. Der Kern-VPI, der Lebensmittel und Energie ausschließt, stieg um 0,2% MoM und um 2,5% im Jahresvergleich. Die persönlichen Konsumausgaben (PCE) der USA werden am Freitag im Fokus stehen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.