Die Goldpreise (XAU/USD) geben am Mittwoch nach, da der US-Dollar (USD) nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten, die den Status quo aufrechterhielten, an Stärke gewinnt. Die Feindseligkeiten zwischen den USA, Israel und dem Iran dauern nun bereits den zwölften Tag an, was Spekulationen über steigende Ölpreise anheizt und inflationsbedingte Bedenken schürt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei 5.170 USD gehandelt, was einem Rückgang von 0,37% entspricht.
Geopolitik ist der Haupttreiber der Ölpreise, die stark gestiegen sind. Der US-Dollar bleibt kurzfristig mit den Ölpreisen korreliert, da Länder hastig den Greenback kaufen, um die hohen Benzinpreise zu bezahlen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI mit einem Plus von 4,76% bei 87,36 USD gehandelt.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Leistung des Dollars gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, ist um 0,32% auf 99,22 gestiegen, was einen Gegenwind für die Goldpreise darstellt.
Gold, das normalerweise in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und Inflation an Wert gewinnt, steht unter Druck durch hohe US-Staatsanleihenrenditen. Die Veröffentlichung des neuesten Inflationsberichts in den Vereinigten Staaten war harmlos, aber der Krieg im Nahen Osten und der Anstieg der Benzinpreise zwangen die Händler, sich gegen die Zinssenkungserwartungen der Federal Reserve zu stemmen.
Geldmärkte hatten bis zum Jahresende 30 Basispunkte einer Lockerung eingepreist, so die Daten des Prime Market Terminal.

Früher blieb die Verbraucherinflation in den USA weitgehend unverändert. Der Verbraucherpreisindex (CPI) entsprach den Schätzungen und dem Januar-Wert von 2,4% im Februar. Die Kernzahlen stiegen wie erwartet um 2,5% im gleichen Zeitraum.
Die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, da Investoren besorgt über die hohen Benzinpreise zu sein scheinen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt um über 6 Basispunkte auf 4,218%.
Um die hohen Rohölpreise zu mildern, hat die Internationale Energieagentur (IEA) zugestimmt, über 400 Millionen Barrel freizugeben, um den Preisdruck zu dämpfen, der durch die Schließung der Straße von Hormuz verursacht wurde.
Dennoch erklärte der Iran, dass die Welt bereit sein sollte, dass Öl 200 USD pro Barrel erreichen könnte, da er weiterhin Schiffe angreift, die durch die Straße von Hormuz fahren.
Die Goldpreise konsolidieren weiterhin und streben stetig nach oben, können jedoch den letzten Zyklus-Hochpunkt von 5.419 USD, der am 2. März erreicht wurde, nicht überwinden. Dennoch ist das Momentum bullisch, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt, der über dem neutralen Niveau von 50 bleibt und sich in dessen Nähe konsolidiert.
Für eine bullische Fortsetzung sollte das Edelmetall jedoch das Hoch vom 10. März bei 5.238 USD überwinden. Sobald dieser Punkt überschritten wird, öffnet sich die Tür, um 5.300 USD zu testen, gefolgt von 5.350 USD und dem Hoch vom 2. März. Wenn diese Niveaus überschritten werden, würde der nächste Widerstand bei 5.419 USD liegen.
Umgekehrt öffnet ein Rückgang von Gold unter 5.100 USD den Weg, um wichtige Nachfragelevels herauszufordern, einschließlich des täglichen Tiefs vom 9. März bei 5.014 USD, gefolgt vom 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.896 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.