Gold (XAU/USD) bleibt am Montag stabil, nachdem es nach einem turbulenten Ende der letzten Woche zur Ruhe gekommen ist, da unterstützende Fundamentaldaten die Nachfrage weiterhin untermauern. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei etwa 5.010 USD gehandelt, was einem Anstieg von fast 1,15 % im Tagesverlauf entspricht, mit einem Intraday-Hoch von etwa 5.047 USD.
Allerdings fehlt es dem Metall an starkem Nachfolgekauf, da die erhöhte Volatilität im Bereich der Edelmetalle spekulative Händler an den Rand drängt. Gleichzeitig bleiben die Märkte vorsichtig vor einem umfangreichen US-Wirtschaftsdatenkalender in dieser Woche, wobei der Fokus fest auf dem verzögerten Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht und dem Verbraucherpreisindex (CPI) liegt.
Die bevorstehenden US-Daten könnten die Erwartungen darüber prägen, wann die Federal Reserve (Fed) möglicherweise wieder mit Zinssenkungen beginnen könnte, wobei die Märkte derzeit zwei Senkungen in diesem Jahr einpreisen.
In der Zwischenzeit deutet der vorsichtige Fortschritt in den US-Iran-Gesprächen auf eine Entspannung der geopolitischen Spannungen hin, was die kurzfristigen Zuflüsse in Gold als sichere Anlage dämpfen könnte, da die Ängste vor unmittelbaren militärischen Aktionen abnehmen.
Dennoch begünstigt ein dovisher Ausblick der Fed, zusammen mit einem schwächeren US-Dollar (USD), anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sowie solider institutioneller Nachfrage weiterhin einen weiteren Anstieg des Goldpreises.
Aus kurzfristiger Perspektive bleibt die technische Tendenz von Gold neutral bis leicht bullisch, da Dip-Käufer weiterhin die Abwärtsbewegung nach der scharfen Volatilität der letzten Woche begrenzen.
Auf dem Tages-Chart liegt der 21-Tage Simple Moving Average (SMA) über dem 50-Tage SMA, und beide zeigen eine steigende Tendenz, was auf einen festen zugrunde liegenden Aufwärtstrend hinweist
Auf der Oberseite begrenzt die Widerstandszone von 5.000 bis 5.050 USD die unmittelbaren Aufwärtsversuche. Ein klarer täglicher Schlusskurs über diesem Bereich würde ein erneutes bullisches Momentum signalisieren und die Tür zum nächsten Aufwärtsziel in der Nähe von 5.200 USD öffnen.
Auf der Unterseite, solange die Käufer die 5.000-Dollar-Marke verteidigen, wird unmittelbare Unterstützung beim 21-Tage-SMA in der Nähe von 4.872 USD gesehen, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei etwa 4.563 USD.
Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 57 und erholt sich, nachdem er aus extrem überkauften Bereichen zurückgegangen ist, was darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum nachgelassen hat, aber insgesamt positiv bleibt. Die Volatilität bleibt jedoch hoch. Der Average True Range (ATR) liegt bei 215,74 und spiegelt weiterhin breitere tägliche Preisschwankungen wider.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.