Gold (XAU/USD) handelt am Freitag wenig verändert, da die Märkte im Vorfeld des US Nonfarm Payrolls (NFP)-Berichts, der um 13:30 GMT fällig ist, vorsichtig werden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD bei etwa 4.470 USD und konsolidiert sich, nachdem es am Donnerstag aus dem Bereich von 4.400 USD zurückgeprallt ist.
Die erneute Stärke des US-Dollars (USD) und die steigenden US-Treasury-Renditen belasten ebenfalls das Edelmetall und halten das Aufwärtsmomentum in Schach. Dennoch bleibt XAU/USD in dieser Woche bisher um über 3 % gestiegen, gestützt durch erhöhte geopolitische Spannungen.
Der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht wird voraussichtlich neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve (Fed) für 2026 liefern. Ökonomen erwarten, dass die US-Wirtschaft im Dezember etwa 60.000 Arbeitsplätze schaffen wird, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich auf 4,5 % von 4,6 % sinken wird.
Ein stärker als erwarteter Arbeitsmarktbericht könnte die Ansicht verstärken, dass die Fed sich Geduld leisten kann. Im Gegensatz dazu würde eine negative Überraschung die Wetten auf Zinssenkungen später in diesem Jahr stärken. Es könnte auch einige Erwartungen an Zinssenkungen rund um das Treffen der Fed am 27.-28. Januar wiederbeleben, auch wenn von den politischen Entscheidungsträgern allgemein erwartet wird, dass sie die Zinsen unverändert lassen.
Gold profitiert typischerweise von einem Niedrigzinsumfeld, da fallende Renditen die Opportunitätskosten für den Besitz des nicht verzinslichen Metalls verringern.
Aus technischer Sicht handelt XAU/USD in einem Haltemuster im Vorfeld des US Nonfarm Payrolls-Berichts, wobei die Preisbewegung sich nach der jüngsten Rallye konsolidiert. Die breitere Neigung bleibt bullish, da die Preise über dem steigenden 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) nahe 4.387 USD gehalten werden.
Auf der Abwärtsseite markieren 4.400-4.380 die erste wichtige Unterstützungszone. Ein Bruch unter diesem Bereich würde den 50-Tage-SMA nahe 4.231 USD freilegen und die Tür für einen tieferen Rückgang öffnen.
Auf der Oberseite steht 4.500 als unmittelbarer Widerstand. Ein nachhaltiger Bruch über dieses Niveau würde den Fokus zurück auf das Rekordhoch nahe 4.549 USD und möglicherweise darüber verschieben.
Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei etwa 62, hält sich über der Mittellinie und deutet darauf hin, dass das bullish Momentum intakt ist. Der Average Directional Index (ADX) bei 28,68 zeigt einen moderaten Trend an, der sich von früheren Höchstständen abgeschwächt hat, was auf eine langsamere Fortsetzung hindeutet.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) sind ein zentraler Bestandteil des monatlichen Arbeitsmarktberichts des US-amerikanischen Bureau of Labor Statistics. Dieser Indikator misst die Veränderung der Beschäftigtenzahl im Vormonat, ausgenommen der Landwirtschaft, und gilt als entscheidender Wirtschaftsindikator für die US-Wirtschaft.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) können die Entscheidungen der Federal Reserve beeinflussen, da sie ein Maß dafür bieten, wie erfolgreich die Fed ihr Mandat erfüllt, nämlich die Förderung von Vollbeschäftigung und einer Inflationsrate von 2 %. Ein relativ hoher NFP-Wert bedeutet, dass mehr Menschen beschäftigt sind, mehr Geld verdienen und wahrscheinlich mehr ausgeben. Ein niedriger Wert könnte darauf hindeuten, dass Menschen Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden. Die Fed erhöht in der Regel die Zinsen, um hohe Inflation zu bekämpfen, die durch niedrige Arbeitslosigkeit entsteht, und senkt sie, um einen stagnierenden Arbeitsmarkt anzukurbeln.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) zeigen eine enge Korrelation mit dem US-Dollar. Höhere als erwartete Beschäftigungszahlen führen in der Regel zu einem Anstieg des Dollars, während schwächere Zahlen ihn unter Druck setzen. NFP-Daten beeinflussen den Dollar, da sie Hinweise auf Inflation, geldpolitische Entscheidungen und Zinserwartungen geben. Ein starker NFP-Bericht signalisiert, dass die Federal Reserve ihre straffe Geldpolitik fortsetzen könnte, was den Dollar stützt.
Die Nonfarm Payrolls (NFP) stehen häufig in einer umgekehrten Beziehung zum Goldpreis. Steigen die Beschäftigungszahlen stärker als erwartet, wirkt sich dies in der Regel negativ auf den Goldpreis aus. Das liegt daran, dass ein Anstieg der NFP häufig den US-Dollar stärkt, und da Gold in US-Dollar gehandelt wird, wird es teurer, weniger Dollar für den Kauf einer Unze Gold zu benötigen. Zusätzlich sinkt bei höheren Zinsen, die oft von steigenden NFP unterstützt werden, die Attraktivität von Gold als Anlage im Vergleich zu Bargeld, das Zinsen abwirft.
Die Nonfarm Payrolls sind nur ein Teil eines umfassenderen Arbeitsmarktberichts und können von anderen Faktoren in den Hintergrund gedrängt werden. Oft kommt es vor, dass der Markt höhere als erwartete NFP-Zahlen ignoriert, wenn die durchschnittlichen Wochenverdienste gleichzeitig enttäuschen. In solchen Fällen wird der potenziell inflationstreibende Effekt der Hauptzahlen durch den Rückgang der Verdienste als deflationäres Signal gewertet. Auch die Erwerbsquote und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit können die Marktreaktion beeinflussen, allerdings nur in außergewöhnlichen Situationen wie der „Great Resignation“ oder der globalen Finanzkrise.