Das Paar USD/CAD fällt im frühen europäischen Handel am Mittwoch auf rund 1,3770. Berichte über einen US-Angriff auf iranische Tanker und Angriffe auf saudische Infrastruktur treiben die Rohölpreise an und stützen den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD). Händler werden die wichtigen US-Inflationsberichte im weiteren Wochenverlauf genau beobachten, um weitere Hinweise auf den US-Zinspfad zu erhalten.
CNBC berichtete am Dienstag, dass die USA mehrere iranische Öltanker angegriffen haben, die nach Angaben von Beamten mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC) in Verbindung stehen. Die Angriffe waren eine Reaktion auf versuchte Raketenangriffe auf ein US-Kriegsschiff.
Darüber hinaus erklärten von Iran unterstützte Huthi-Milizen, sie hätten erneut die saudische Jazan-Raffinerie mit einer Kapazität von 400.000 Barrel pro Tag sowie Anlagen angegriffen, die den heimischen Markt versorgen.
Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes Ölexportland ist und hohe Rohölpreise in der Regel positive Auswirkungen auf den Loonie haben.
Die Inflationsdaten zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) und Verbraucherpreisindex (VPI) werden im weiteren Wochenverlauf im Fokus stehen. Diese Berichte könnten einige Hinweise auf den US-Zinspfad liefern. Höher als erwartet ausfallende Inflationswerte könnten eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) auf der geldpolitischen Sitzung im September untermauern und dazu beitragen, die Verluste des Greenback zu begrenzen.
Strategen der National Bank of Canada weisen darauf hin, dass die erneuten geopolitischen Spannungen die jüngste Unterstützung für den Kanadischen Dollar verstärken. Sie heben hervor, dass „mit den im August erneut aufflammenden Spannungen in der Straße von Hormus die marktimpliziten Chancen auf eine Rückkehr zur Normalität bis zum Jahresende unter 30% gefallen sind, nach zuvor mehr als 50%.“ Laut der Bank hält diese Verschiebung „einen geopolitischen Risikoaufschlag sowohl bei Öl als auch bei Gold eingebettet und bietet dem Kanadischen Dollar Unterstützung.“
Im Tages-Chart setzt USD/CAD den Korrektur-Pullback fort und hält sich unter einem dichten Band aus gleitenden Durchschnitten und Bollinger-Widerstand. Das Paar bleibt unterhalb des mittleren Bollinger-Bands der 20-Tage-Linie und des einfachen 100-Tage-Durchschnitts gedeckelt, wobei das obere Bollinger-Band die Oberseite zusätzlich begrenzt. Der Relative Strength Index (14) um 38 bleibt im bärischen Bereich und deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck trotz der jüngsten Stabilisierung von den Intraday-Tiefs anhält.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim unteren Bollinger-Band nahe 1,3750; ein klarer Bruch unter diese Untergrenze würde den Blick auf eine tiefere Schwäche in Richtung früherer Schwankungsbereiche lenken, die von den aktuellen Indikatoren nicht angezeigt werden. Auf der Oberseite wäre eine Erholung über den 20-Tage-Bollinger-Mittelpunkt bei 1,3842 das erste Zeichen nachlassenden Drucks, während der 100-Tage-SMA bei 1,3925 und das obere Band bei 1,3935 eine enge Widerstandszone bilden, die zurückerobert werden muss, um den kurzfristigen Bias von bärisch wegzubewegen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.