Der Loonie gewinnt gegenüber dem Greenback etwas an Zugkraft, während Letzterer leichte Verluste verzeichnet, da die US- und kanadischen Finanzmärkte wegen des Labour Day geschlossen bleiben. Dennoch gibt der USD/CAD um rund 0,15 % nach und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei 1,3813.
In der vergangenen Woche zeigten die Beschäftigungsdaten in Kanada, dass die Wirtschaft 41,7K Arbeitskräfte verloren hat, während die Arbeitslosenquote bei 6,4 % stabil blieb. Dies trieb den USD/CAD nach oben, da die US Nonfarm Payrolls die Erwartungen deutlich übertrafen, wobei die Juli-Zahlen einen Auftrieb lieferten, der bislang wieder abgegeben wurde.
Der überraschend starke Nonfarm-Payrolls-Bericht für August der vergangenen Woche bestätigte die Aussage von Fed-Chef Kevin Warsh, dass der Arbeitsmarkt „mit Vollbeschäftigung vereinbar“ sei.
Die Geopolitik dürfte die Preisbewegungen weiterhin bestimmen. Die Eskalation des US-Iran-Kriegs erhöhte den Aufwärtsdruck auf die Energiepreise, die in der Regel positiv mit dem kanadischen Dollar korrelieren, was auf weiteres Abwärtspotenzial für das Währungspaar USD/CAD hindeutet.
Vor diesem Hintergrund wird die Federal Reserve laut Daten von Prime Terminal voraussichtlich die Zinsen um 25 Basispunkte anheben. Die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg auf 3,75 % - 4$ liegt bei 63 %, während die Wahrscheinlichkeit für ein Halten der Zinsen bei rund 37 % liegt.
Für die Bank of Canada (BoC) hatten die Geldmärkte eine Wahrscheinlichkeit von knapp 70 % für ein Verharren bei 2,25 % und eine geringe Wahrscheinlichkeit von 30 % für eine Zinserhöhung eingepreist.
Obwohl die Daten positiv waren und der US-Dollar nach den NFP zulegte, verpuffte die Bewegung wieder, da die Anleger am Donnerstag bzw. Freitag auf die US-Inflationsdaten auf Produzenten- und Verbraucherseite warten.
Vor dem Wirtschaftskalender würde es in Kanada weiterhin an Daten fehlen, in den USA jedoch nicht. Die Veröffentlichung der Inflationsdaten auf Produzenten- und Verbraucherseite sowie der Arbeitsmarktdaten und des Verbrauchervertrauens werden Hinweise auf den Zustand der Wirtschaft liefern.
Im Tages-Chart notiert USD/CAD bei 1,3816 und behält einen leicht bärischen Bias bei, da der Kurs unter den gebündelten einfachen gleitenden Durchschnitten um 1,3999 sowie unter dem fallenden Trendlinienwiderstand von 1,4248 bleibt, der nun bei etwa 1,3942 verläuft. Das Paar respektiert weiterhin eine zugrunde liegende aufwärtsgerichtete Unterstützungs-Trendlinie von 1,3526, doch ein Relative Strength Index (14) nahe 41 deutet darauf hin, dass Erholungen anfällig bleiben, solange der Kurs unter diesen übergeordneten Niveaus gedeckelt ist.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei der fallenden Widerstands-Trendlinie um 1,3942, wobei die Gruppe der einfachen gleitenden Durchschnitte nahe 1,3999 als nächste Hürde fungiert, die zurückerobert werden müsste, um den aktuellen Abwärtsdruck zu verringern. Auf der Unterseite fällt die unmittelbare Unterstützung mit der laufenden aufwärtsgerichteten Trendlinienzone knapp unter dem Markt bei etwa 1,38 zusammen, während tiefere Niveaus bei einer Ausweitung der Verkäufe zurück in Richtung des früheren Ausbruchsbereichs nahe 1,3598 und des Ursprungs der Trendlinie um 1,3526 verlaufen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.